Frisch aufgeworfene Maulwurfshügel auf einer Wiese

Maulwurf im Garten: Hügel verstehen, Schutzstatus kennen und richtig reagieren

Ein Maulwurf gehört zu den Gartenbewohnern, die man fast nie sieht und trotzdem sofort bemerkt. Am Morgen liegt plötzlich ein frischer Erdhügel mitten im Rasen, am nächsten Tag erscheinen zwei weitere. Das Tier selbst bleibt unter der Oberfläche.

Der Maulwurf im Garten ist deshalb schnell als Störenfried abgestempelt. Dabei frisst er keine Pflanzenwurzeln. Er lebt von tierischer Nahrung, gräbt ein weit verzweigtes Gangsystem und bewegt dabei zwangsläufig Erde an die Oberfläche.

Entscheidend ist außerdem die Rechtslage. Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Ihm nachzustellen, ihn zu fangen, zu verletzen oder zu töten ist grundsätzlich verboten. Wer einen ernsthaften Konflikt nicht durch einfaches Dulden oder schonende Gartenpflege lösen kann, sollte deshalb vor weiteren Maßnahmen die örtlich zuständige Naturschutzbehörde kontaktieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Maulwurf
  2. Warum es Hügel gibt
  3. Nahrung
  4. Der Schutzstatus in Deutschland
  5. Mit Maulwurfshügeln leben
  6. Wenn es stört
  7. Maulwurf oder Wühlmaus?
  8. Maulwürfe im Naturgarten
  9. Häufige Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Fazit

Der Maulwurf

Der Europäische Maulwurf ist nahezu vollständig an das Leben unter der Erde angepasst.

Sein Körper ist walzenförmig. Der Hals fällt äußerlich kaum auf, die Augen sind sehr klein und äußere Ohrmuscheln fehlen. Besonders auffällig sind die kräftigen Vordergliedmaßen, die als hoch spezialisierte Grabwerkzeuge funktionieren.

Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt außerdem einen sehr dichten Pelz, dessen Haare keinen ausgeprägten „Strich“ besitzen. Dadurch kann sich das Tier in engen Gängen vorwärts und rückwärts bewegen, ohne dass sich das Fell ständig gegen die Gangwand legt.

Unterirdisch heißt nicht orientierungslos

Die kleinen Augen bedeuten nicht, dass der Maulwurf völlig blind ist. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung kann er Hell-Dunkel-Unterschiede wahrnehmen.

Für sein Leben im Boden sind andere Sinne jedoch besonders wichtig. Tasthaare an Schnauze und Schwanz helfen bei der Orientierung, außerdem verfügt der Maulwurf über einen guten Geruchs- und Gehörsinn.

Sein Gangsystem dient nicht nur als Wohnung.

Viele Röhren sind Jagdgänge. Kleine Bodentiere gelangen hinein, und der Maulwurf sucht diese unterirdischen Bereiche regelmäßig nach Beute ab.

Warum es Hügel gibt

Querschnitt durch einen Maulwurfshügel mit Gängen im Boden

Der Hügel besteht aus Aushub, den der Maulwurf beim Graben seiner Gänge nach oben schiebt.

Ein Maulwurfshügel ist keine Behausung, die absichtlich über dem Boden errichtet wird.

Er ist vor allem Aushub.

Wenn der Maulwurf neue Gänge, Kammern oder Verbindungen anlegt beziehungsweise vorhandene Bereiche erweitert, muss überschüssige Erde irgendwohin. Er drückt sie nach oben und erzeugt dadurch die typischen lockeren Erdhaufen. Die Deutsche Wildtier Stiftung bestätigt, dass die sichtbaren Hügel aus dem Aushub der unterirdischen Anlagen entstehen.

Typischer Maulwurfshügel

Maulwurfshügel sind häufig relativ regelmäßig und wirken von oben betrachtet annähernd rund oder vulkanförmig.

Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt als charakteristisches Merkmal ein zentral gelegenes Auswurfloch. Der eigentliche Gang führt unter dem Hügel typischerweise eher senkrecht beziehungsweise steil nach unten.

Allerdings sollte die Bestimmung niemals nur anhand eines einzelnen perfekten Bilderbuchhügels erfolgen.

Bodenart, Feuchtigkeit, Alter des Hügels und spätere Witterung können seine Form verändern.

Wühlmaushügel sehen oft anders aus

Bei Wühlmäusen beziehungsweise insbesondere der Schermaus liegt der Gang häufig seitlich versetzt zum Erdhaufen. Die aufgeworfene Erde kann dadurch unregelmäßiger erscheinen.

Ein hilfreicher Hinweis ist also die Lage des unterirdischen Zugangs: Beim Maulwurf befindet er sich typischerweise zentraler unter dem Hügel, bei der Schermaus eher seitlich.

Noch wichtiger sind jedoch Pflanzenschäden.

Werden Wurzeln, Knollen oder Wurzelgemüse angefressen, spricht das wesentlich eher für Wühlmäuse als für einen Maulwurf.

Nahrung

Der Maulwurf ist kein Pflanzenfresser.

Seine Nahrung ist tierischen Ursprungs.

Regenwürmer

Regenwürmer gehören zu seinen wichtigsten Beutetieren. Damit treffen im Garten zwei Tiere aufeinander, die aus menschlicher Perspektive beide zur Bodenstruktur beitragen – der eine durch seine Röhren und Zersetzungsarbeit, der andere durch seine intensive Grabtätigkeit.

Ein Maulwurf im Garten bedeutet deshalb nicht, dass mit den Regenwürmern „etwas nicht stimmt“.

Ein bodenbiologisch aktiver Standort bietet schlicht Nahrung.

Insekten, Larven und Engerlinge

Zum Beutespektrum gehören außerdem Insekten und deren Larven. Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt ausdrücklich Regenwürmer, Insekten, Larven und Schnecken.

Damit können auch Larven erbeutet werden, die Gärtner als Schädlinge wahrnehmen.

Das macht den Maulwurf jedoch nicht zu einem gezielt einsetzbaren biologischen Pflanzenschutzmittel. Er jagt, was in seinem unterirdischen Lebensraum als geeignete Beute verfügbar ist.

Bodenlockerer mit Nebenwirkungen

Beim Graben wird Boden bewegt und durchlüftet.

Die Deutsche Wildtier Stiftung bezeichnet den Maulwurf deshalb als Tier, das zur Durchlüftung des Bodens beiträgt. Gleichzeitig können seine Hügel auf einem gepflegten Rasen natürlich störend wirken.

Beide Aussagen können gleichzeitig stimmen.

Ein ökologisch nützliches Tier muss nicht an jeder Stelle eines Gartens optisch willkommen sein.

Der Schutzstatus in Deutschland

Hier endet die Frage nach persönlichem Geschmack.

Der Europäische Maulwurf ist in Deutschland besonders geschützt.

Die Bundesartenschutzverordnung führt die heimischen Säugetiere grundsätzlich als besonders geschützt auf und nimmt einige Arten ausdrücklich davon aus. Der Maulwurf gehört nicht zu den dort genannten Ausnahmen.

Das Bundesamt für Naturschutz erläutert, dass für besonders geschützte Arten die artenschutzrechtlichen Schädigungsverbote gelten. § 44 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz verbietet unter anderem, Tieren besonders geschützter Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten sind geschützt.

Was bedeutet das im Garten?

Ein Grundstückseigentümer darf einen Maulwurf nicht einfach deshalb fangen oder töten, weil seine Hügel den Rasen beeinträchtigen.

Auch Lebendfang ist nicht automatisch eine harmlose Alternative, denn das Fangverbot gilt ebenfalls.

Gift, Tötungsfallen oder andere schädigende Methoden kommen daher nicht infrage.

Ausnahmen entscheidet nicht der Gartenbesitzer

Das Bundesnaturschutzgesetz ermöglicht der zuständigen Naturschutzbehörde unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen Ausnahmen von den Verboten des § 44. Dazu müssen die Voraussetzungen des § 45 BNatSchG erfüllt sein; eine private Entscheidung, der Maulwurf verursache genügend Ärger, ersetzt eine solche behördliche Zulassung nicht.

Besteht ein außergewöhnlicher Konflikt, ist daher die örtlich zuständige Naturschutzbehörde die richtige Anlaufstelle.

Vor Fang, Umsiedlung oder anderen eingriffsintensiven Maßnahmen sollte dort geklärt werden, was im konkreten Fall zulässig ist.

Mit Maulwurfshügeln leben

In vielen Gärten besteht die einfachste Lösung darin, nicht gegen das Tier, sondern nur gegen die optischen Folgen seiner Arbeit vorzugehen.

Hügel glatt rechen

Frische lockere Erde kann vorsichtig verteilt und die betroffene Rasenstelle anschließend wieder geglättet werden.

Der unterirdische Gang wird dabei nicht absichtlich zerstört oder geflutet.

Bei kleinen Unebenheiten reicht häufig bereits ein Rechen.

Die Erde verwenden

Maulwurfserde ist locker und weitgehend frei von oberirdischer Grasnarbe.

Der NABU empfiehlt ausdrücklich, die lockere Erde aus Maulwurfshügeln beispielsweise für Blumentöpfe zu nutzen.

Sie ist allerdings nicht automatisch eine vollständige, ausgewogen gedüngte Pflanzerde. Je nach Kultur kann sie mit geeignetem Substrat oder reifem Kompost kombiniert werden.

Rasen reparieren

Nach dem Einebnen kleiner Hügel kann sich die Grasnarbe häufig wieder schließen.

Bei größeren offenen Stellen lässt sich passend zur regionalen Vegetationsperiode Rasensaat ergänzen.

Entscheidend ist die Erwartung: Solange der Maulwurf sein Revier nutzt, können an anderer Stelle neue Hügel entstehen.

Wenn es stört

Manchmal liegen die Hügel nicht auf einer extensiven Wiese, sondern auf einer intensiv genutzten Rasenfläche, direkt an Wegen oder an anderen problematischen Stellen.

Auch dann gilt der Schutzstatus.

Vergrämung nicht mit Bekämpfung verwechseln

Im Handel und in Gartenratgebern werden zahlreiche Gerüche, Geräusche und andere Störungen zur Vertreibung empfohlen.

Ihre Wirkung ist jedoch keineswegs zuverlässig.

Selbst der NABU weist darauf hin, dass pflanzliche Duftstoffe, die gegen Wühlmäuse und Maulwürfe angeboten oder empfohlen werden, häufig nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Deshalb sollte keine Vergrämungsmethode als sichere Lösung verkauft werden.

Nur tierschonend und rechtlich zulässig

Eine mögliche Störung darf das Tier weder verletzen noch vermeidbare Leiden oder Schäden verursachen.

Auch das Tierschutzgesetz verbietet Vorrichtungen oder Stoffe zum Fangen, Fernhalten oder Verscheuchen von Wirbeltieren, wenn damit vermeidbare Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind.

Bei einem ernsthaften Konflikt ist es daher sinnvoller, vor Maßnahmen die zuständige Naturschutzbehörde zu fragen, statt immer drastischere Hausmittel auszuprobieren.

Maulwurf oder Wühlmaus?

Die Unterscheidung ist aus zwei Gründen wichtig.

Erstens unterscheidet sich die Lebensweise. Zweitens ist die rechtliche Situation nicht dieselbe.

Maulwurf

Der Maulwurf ernährt sich tierisch.

Angefressene Möhren, durchgenagte Wurzeln oder verschwundene Knollen passen deshalb nicht zu seinem normalen Nahrungsspektrum.

Seine Hügel sind häufig relativ regelmäßig, und der Gang liegt typischerweise zentraler unter dem Erdauswurf.

Wühlmaus

Wühlmäuse sind Nagetiere und können Wurzeln, Knollen und andere Pflanzenteile schädigen.

Bei der Schermaus liegt der Zugang zum Gang typischerweise seitlich vom aufgeworfenen Erdhaufen.

Die Bundesartenschutzverordnung nennt die Schermaus (Arvicola terrestris) ausdrücklich unter den Ausnahmen von der pauschalen besonderen Unterschutzstellung heimischer Säugetiere.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede beliebige Bekämpfungsmethode automatisch erlaubt wäre. Auch Tierschutz-, Pflanzenschutz- und andere Vorschriften können relevant sein.

Vor einer Maßnahme steht deshalb immer die sichere Bestimmung.

Maulwürfe im Naturgarten

Ein Naturgarten besteht nicht nur aus sichtbaren Blüten und Vögeln.

Ein erheblicher Teil seines Lebens befindet sich unter der Oberfläche.

Ein Lebensraum unter dem Rasen

Der Maulwurf benötigt Böden, in denen er graben und ausreichend tierische Nahrung finden kann.

Versiegelte oder extrem verdichtete Flächen bieten dafür entsprechend weniger Möglichkeiten.

Seine Anwesenheit zeigt deshalb zumindest, dass der Boden als Lebensraum für ein unterirdisch jagendes Säugetier funktioniert.

Maulwurf und Regenwurm

Regenwürmer sind Beute des Maulwurfs und zugleich wichtige Akteure im Boden.

Das ist kein Widerspruch.

In einem funktionierenden Ökosystem werden Tiere gefressen. Der ökologische Wert eines Regenwurms bedeutet nicht, dass seine natürlichen Fressfeinde aus dem Garten entfernt werden sollten.

Der Maulwurf nutzt seine Gänge als Jagdgebiet, während Regenwürmer organisches Material verarbeiten und selbst Röhren im Boden schaffen.

Wer diesen Teil des Bodenlebens genauer verstehen möchte, findet im Einfache-Idee-Artikel über Regenwürmer eine ausführliche Erklärung ihrer unterschiedlichen Lebensweisen.

Häufige Fehler

Gift einsetzen

Gift ist keine zulässige Heimwerkerlösung gegen einen besonders geschützten Maulwurf.

Die Bundesartenschutzverordnung nennt Giftstoffe und vergiftete beziehungsweise betäubende Köder zudem ausdrücklich unter den verbotenen Verfahren beim Nachstellen, Fangen oder Töten der erfassten Tiere.

Fallen aufstellen

Auch eine Lebendfalle löst das rechtliche Problem nicht.

§ 44 BNatSchG verbietet bereits das Nachstellen und Fangen besonders geschützter Tiere.

Gänge begasen

Begasen und Ausräuchern gehören ebenfalls zu den in der Bundesartenschutzverordnung genannten verbotenen Verfahren.

Gänge mit Wasser fluten

Das Fluten eines Gangsystems ist keine tierfreundliche Vergrämung.

Dabei lässt sich weder kontrollieren, wo sich das Tier befindet, noch ausschließen, dass es geschädigt wird. Von solchen Maßnahmen ist deshalb abzusehen.

Maulwurf und Wühlmaus gleich behandeln

Ein Erdhügel allein beweist noch nicht sicher, welches Tier darunter lebt.

Vor jeder Reaktion steht die Bestimmung – besonders weil sich Ernährung, Pflanzenschäden und Schutzstatus unterscheiden.

Häufige Fragen

Ist der Maulwurf in Deutschland geschützt?

Ja. Der Europäische Maulwurf gehört zu den besonders geschützten heimischen Säugetieren. Die Bundesartenschutzverordnung stellt heimische Säugetiere grundsätzlich unter besonderen Schutz und führt Ausnahmen auf; der Maulwurf ist nicht darunter.

Darf ich einen Maulwurf fangen und woanders freilassen?

Nicht eigenmächtig. Für besonders geschützte Arten verbietet § 44 BNatSchG unter anderem Nachstellen und Fangen. Ausnahmen können nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch die zuständige Behörde zugelassen werden.

Frisst ein Maulwurf Pflanzenwurzeln?

Seine Nahrung ist tierisch. Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt Regenwürmer, Insekten und deren Larven sowie weitere tierische Beute. Typische Fraßschäden an Wurzeln sprechen daher eher für einen Pflanzenfresser wie eine Wühlmaus.

Wie erkenne ich Maulwurfshügel?

Typisch sind relativ regelmäßige, oft vulkanähnliche Erdhügel mit einem zentralen Bereich über dem Gang. Bei der Schermaus liegt der Gang eher seitlich versetzt. Die Form allein sollte aber nicht als hundertprozentiger Beweis betrachtet werden.

Kann ich die Erde aus den Hügeln verwenden?

Ja. Die lockere Erde lässt sich beispielsweise für Gartenarbeiten und als Bestandteil von Pflanzsubstraten verwenden. Auch der NABU empfiehlt die Nutzung der Hügelerde für Blumentöpfe.

Darf ich den Maulwurf mit Gerüchen vertreiben?

Nicht jede verbreitete Hausmittel-Empfehlung ist automatisch wirksam oder rechtlich unproblematisch. Der NABU weist darauf hin, dass vermeintlich abschreckende pflanzliche Duftstoffe oft nicht funktionieren. Vor Vergrämungsmaßnahmen sollte bei einem ernsthaften Konflikt die örtliche Naturschutzbehörde gefragt werden.

Was mache ich, wenn die Hügel meinen Rasen stören?

Die einfachste Lösung besteht darin, die lockere Erde abzunehmen oder vorsichtig zu verteilen und offene Rasenstellen zu reparieren. Der Maulwurf selbst bleibt ungestört. Wenn der Konflikt darüber hinausgeht, sollte die zuständige Naturschutzbehörde beraten, bevor weitere Maßnahmen erfolgen.

Fazit

Ein Maulwurf im Garten ist vor allem deshalb auffällig, weil seine Arbeit sichtbar wird.

Die Hügel bestehen aus Erde, die beim Ausbau seines unterirdischen Gangsystems anfällt. Unter der Oberfläche lebt ein hoch spezialisierter Insektenfresser mit kräftigen Grabwerkzeugen, ausgeprägtem Tast-, Geruchs- und Hörsinn und einer vollständig tierischen Ernährung.

Damit unterscheidet er sich grundlegend von Wühlmäusen.

Der Maulwurf nagt nicht gezielt Wurzeln, Möhren oder Blumenzwiebeln an. Regenwürmer, Insekten und Larven gehören dagegen zu seinem Beutespektrum. Seine Grabtätigkeit bewegt und belüftet zugleich den Boden.

Für Gartenbesitzer ist aber vor allem der rechtliche Unterschied entscheidend.

Der Europäische Maulwurf gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Nachstellen, Fangen, Verletzen und Töten sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme ist keine private Entscheidung, sondern Sache der zuständigen Naturschutzbehörde unter den gesetzlichen Voraussetzungen.

Gift, Fallen, Begasung oder das Fluten der Gänge sind daher keine Lösungen.

In den meisten Gärten ist ein pragmatischer Umgang einfacher: Hügel vorsichtig einebnen, die lockere Erde nutzen und kleine Rasenschäden reparieren.

Auch Vergrämung sollte nicht überschätzt werden. Viele traditionelle Hausmittel haben eine unsichere oder begrenzte Wirkung. Wenn die Situation tatsächlich problematisch wird, ist eine Beratung durch die örtlich zuständige Naturschutzbehörde der richtige nächste Schritt.

Der Maulwurf muss also nicht zum Lieblingsgast werden.

Aber wer versteht, warum die Hügel entstehen und welches Tier darunter arbeitet, kann wesentlich gelassener reagieren – und aus einem vermeintlichen Gartenschädling wird ein faszinierender Bewohner des Bodens.

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