Rankgerüst aus Haselruten mit blühenden Wicken

Rankgerüst aus Haselruten selber bauen: Naturmaterial für Bohnen, Erbsen und Wicken

Ein Rankgerüst muss weder aus Metall noch aus Kunststoff bestehen. Wer Hasel, Weide oder andere geeignete Gehölze im eigenen Garten schneidet, hat das Baumaterial oft bereits zur Hand. Aus geraden Ruten entstehen mit wenig Werkzeug stabile Tipis für Stangenbohnen oder flache Rankgitter für Erbsen und einjährige Wicken.

Ein solches Rankgerüst selber bauen bedeutet zugleich, vorhandenes Schnittgut weiterzuverwenden. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt geeignete stärkere und längere Triebe aus dem Gehölzschnitt ausdrücklich als natürliche Rank- und Kletterhilfen; Hasel kann beispielsweise für Stangenbohnen verwendet werden.

Wichtig sind jedoch drei Dinge: Das Holz muss rechtmäßig gewonnen werden, scharfe Werkzeuge werden sicher benutzt und das fertige Gerüst muss dem Gewicht ausgewachsener Pflanzen sowie Wind standhalten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Material
  2. Werkzeug und Sicherheit
  3. Bauanleitung Tipi
  4. Bauanleitung Rankgitter
  5. Standort und Standfestigkeit
  6. Passende Rankpflanzen
  7. Haltbarkeit und Pflege
  8. Das Gerüst als Strukturelement im Naturgarten
  9. Häufige Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Fazit

Material

Für ein einfaches Naturgerüst eignen sich vor allem lange, möglichst gerade Ruten.

Hasel ist besonders praktisch. Bei einem mehrstämmigen Haselstrauch entstehen regelmäßig lange Triebe, die sich nach einem zulässigen und fachgerechten Schnitt weiterverwenden lassen. Auch Weidenruten eignen sich gut, vor allem wenn ein geflochtenes Gitter entstehen soll.

Die LWG nennt glatte, unverzweigte Triebe als natürliche Rankhilfen und weist darauf hin, dass sich Weiden- und Hartriegelzweige sogar zu kleinen Tipis oder flächigen Konstruktionen flechten lassen.

Bambusstäbe sind eine weitere Möglichkeit, wenn bereits geeignetes Material vorhanden ist. Für ein konsequent aus eigenem Gartenschnitt gebautes Gerüst sind Hasel und Weide jedoch naheliegender.

Welche Länge?

Für ein Bohnen-Tipi sind als praktische Faustregel etwa 2 bis 2,5 Meter lange Ruten gut handhabbar. Ein Teil davon verschwindet im Boden, sodass die nutzbare Höhe geringer ist.

Für Erbsen oder niedrigere Wicken kann das Gerüst deutlich kleiner ausfallen.

Die Dicke richtet sich nach Länge und Belastung. Tragende Ruten sollten kräftig genug sein, dass sie sich unter leichtem Druck nicht sofort stark durchbiegen. Dünnere Zweige eignen sich dagegen hervorragend für Querverbindungen und Flechtwerk.

Diese Maße sind keine statischen Normen. Bei langen, schweren Bohnenpflanzen muss das Gerüst kräftiger ausfallen als bei niedrigen Erbsen.

Ruten im Winter schneiden

Wer Material frisch gewinnen möchte, nutzt bevorzugt ohnehin anfallenden Gehölzschnitt während eines für die betreffende Pflanze geeigneten Schnittzeitraums.

Dabei gilt zusätzlich das Naturschutzrecht.

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze grundsätzlich vom 1. März bis 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich; weitergehender Artenschutz gilt unabhängig davon. Das BfN berücksichtigt diesen Schutzzeitraum ebenfalls in seinen Artenschutzvorgaben.

Für Details zu Schnittzeiten und Ausnahmen verweist Einfache Idee auf den bereits veröffentlichten Beitrag Hecken schneiden im Herbst: Erlaubte Zeiten, richtige Technik und typische Fehler.

Nur eigenes oder erlaubtes Material verwenden

Haselruten werden nicht einfach am Waldrand, auf einer öffentlichen Grünfläche oder vom Nachbargrundstück abgeschnitten.

Am unkompliziertesten ist Schnittgut aus dem eigenen Garten. Wer Material von einem fremden Grundstück nutzen möchte, fragt vorher den Eigentümer.

Auch in der freien Landschaft bedeutet ein scheinbar reichliches Angebot an geraden Ruten nicht automatisch, dass diese entnommen werden dürfen.

Wer mehr über die Hasel als Gartenstrauch erfahren möchte, findet im verifizierten Beitrag Haselkätzchen im Winter: Erste Pollenquelle und Lebensraum im Garten weitere Informationen.

Werkzeug und Sicherheit

Für ein einfaches Rankgerüst reichen wenige Werkzeuge:

  • scharfe Gartenschere oder Astschere,
  • robuste Arbeitshandschuhe,
  • Hanf- oder Sisalschnur,
  • gegebenenfalls eine geeignete Handsäge,
  • Hammer beziehungsweise Einschlaghilfe für kräftige Pfosten.

Werkzeuge müssen zum Durchmesser des Holzes passen.

Eine kleine Gartenschere sollte nicht mit Gewalt durch einen viel zu dicken Ast gedrückt werden. Dadurch kann sie abrutschen oder beschädigt werden.

Die SVLFG weist beim Umgang mit Schneidwerkzeugen darauf hin, Hände aus dem Gefahrenbereich zu halten und bei Messern möglichst vom Körper wegzuarbeiten. Geeignete Schutzhandschuhe können bei vielen Gartenarbeiten das Verletzungsrisiko reduzieren.

Beim Schneiden steht niemand unmittelbar vor dem Ast. Abgeschnittene Ruten können zurückfedern.

Spitze Enden werden so gekürzt oder positioniert, dass sie später nicht auf Augenhöhe in einen Weg ragen.

Bauanleitung Tipi

Haselruten werden oben mit Schnur zu einem Tipi zusammengebunden

Oben werden die Ruten fest zusammengebunden, unten stehen sie im Kreis im Boden.

Ein Tipi ist die einfachste Konstruktion für Stangenbohnen und andere kräftige Kletterpflanzen.

1. Kreis markieren

Zunächst wird der Standort festgelegt.

Je nach gewünschter Größe wird ein Kreis auf dem Beet markiert. Dabei ausreichend Abstand zu Wegen lassen, damit später keine Bohnenranken den Durchgang versperren.

2. Ruten einsetzen

Mehrere lange Haselruten werden gleichmäßig im Kreis verteilt.

Die unteren Enden kommen ausreichend tief in lockeren, tragfähigen Boden, sodass die Ruten nicht bereits bei leichtem seitlichem Druck herauskippen.

Wie tief das konkret sein muss, hängt von Boden, Rutenlänge und Gerüstgröße ab. In sehr lockerem Boden braucht die Konstruktion eine stärkere Verankerung als in festem Gartenboden.

3. Spitzen zusammenführen

Die oberen Enden werden zur Mitte geführt.

Nun die Ruten mit mehreren festen Wicklungen aus Hanf- oder Sisalschnur zusammenbinden.

Der Knoten muss fest sitzen, darf aber nicht nur an einer einzelnen dünnen Rute hängen. Die Kräfte sollen sich auf mehrere Stäbe verteilen.

4. Querverbindungen ergänzen

Bei Bedarf werden dünnere Ruten oder Schnüre horizontal zwischen den Hauptstäben befestigt.

Dadurch finden junge Triebe schneller Halt.

Gleichzeitig versteift sich das gesamte Gerüst.

Vor dem Pflanzen kräftig daran rütteln. Wackelt die Konstruktion bereits leer, wird sie mit ausgewachsenen Pflanzen nicht sicherer.

Bauanleitung Rankgitter

Ein flaches Rankgitter eignet sich gut an der Rückseite eines Gemüsebeets oder als frei stehende Struktur.

Pfosten setzen

Zwei oder mehrere kräftige Haselruten bilden die senkrechten Pfosten.

Sie müssen deutlich stärker sein als die späteren Flechtruten und fest im Boden stehen.

Bei einem längeren Gitter sind zusätzliche Zwischenpfosten sinnvoll.

Querruten befestigen

Nun werden dünnere Zweige waagerecht angebunden.

Die einfachste Variante besteht aus parallel verlaufenden Querruten.

Wer biegsame Weiden- oder Haseltriebe besitzt, kann sie abwechselnd vor und hinter den senkrechten Ruten durchführen. So entsteht ein einfaches Flechtmuster.

Die LWG nennt Weidenzweige ausdrücklich als geeignetes Material für geflochtene Rankstrukturen.

Das Geflecht muss nicht dekorativ perfekt sein. Wichtiger sind sichere Verbindungen und ausreichend große Zwischenräume für Triebe, Licht und Ernte.

Standort und Standfestigkeit

Ein Rankgerüst wird während des Sommers erheblich stärker belastet als unmittelbar nach dem Bau.

Blätter, Triebe und Früchte erhöhen das Gewicht. Nach Regen kommt zusätzlich Wasser hinzu. Wind greift in die belaubte Pflanzenfläche wie in ein Segel.

Deshalb ist die Standfestigkeit entscheidend.

Wind berücksichtigen

Auf einem offenen Grundstück sollte ein hohes Rankgitter besonders sorgfältig verankert werden.

Ein freistehendes flaches Gerüst bietet dem Wind mehr Angriffsfläche als ein niedriges Tipi.

Bei Zweifeln lieber kräftigere Pfosten verwenden oder die Konstruktion niedriger planen.

Vor dem Einschlagen prüfen

Pfosten niemals blind tief in den Boden schlagen, wenn dort Stromleitungen, Bewässerungsrohre oder andere Installationen verlaufen könnten.

Auch beim Bau einer Benjeshecke ist dies ein wichtiger Sicherheitsgrundsatz. Der verifizierte Einfache-Idee-Beitrag Benjeshecke selber bauen: Schnittgut als Lebensraum und Vogelschutz erläutert den sicheren Umgang mit Pfosten und Schnittmaterial ausführlicher.

Passende Rankpflanzen

Nicht jede Kletterpflanze belastet ein Gerüst gleich stark.

Stangenbohnen

Stangenbohnen entwickeln lange Triebe und viel Blattmasse.

Für sie eignet sich ein kräftiges Tipi aus langen Haselruten besonders gut. Die LWG nennt stärkere Haseltriebe ausdrücklich als mögliche natürliche Rankhilfe für Stangenbohnen.

Erbsen

Erbsen benötigen meist niedrigere Strukturen.

Verzweigtes Reisig kann bereits ausreichen, weil sich die Ranken daran festhalten. Auch dafür empfiehlt die LWG geeignetes Schnittgut.

Wicken

Einjährige Wicken können leichte Rankgitter begrünen.

Ihre Ranken finden an dünnen Querruten und Schnüren besonders leicht Halt.

Kapuzinerkresse

Rankende Kapuzinerkresse kann ein Naturgerüst ebenfalls begrünen. Da sie sich nicht genauso festklammert wie eine Erbse, kann anfangs etwas Führung notwendig sein.

Clematis

Für Clematis muss das Gerüst zur jeweiligen Art beziehungsweise Sorte passen.

Kräftige mehrjährige Clematis können mit den Jahren wesentlich größer und schwerer werden als einjährige Erbsen. Ein leichtes saisonales Haselgerüst ist deshalb nicht für jede Clematis dauerhaft geeignet.

Haltbarkeit und Pflege

Unbehandelte Naturäste verwittern.

Genau deshalb sollte man keine feste Lebensdauer versprechen.

Als grober Erfahrungsbereich kann ein Gerüst aus ausreichend kräftigen Haselruten etwa zwei bis mehrere Gartensaisons nutzbar bleiben. Dünne Ruten mit ständigem Bodenkontakt können wesentlich früher weich oder brüchig werden; kräftiges, trocken gelagertes Holz kann länger halten.

Holzart, Durchmesser, Niederschlag, Bodenfeuchtigkeit und Winterlagerung verändern die Lebensdauer erheblich.

Im Winter einlagern

Ein mobiles Tipi oder Rankgitter kann nach der Saison trocken und luftig gelagert werden.

Vorher Schnüre und Verbindungen kontrollieren.

Ruten mit weichen, faulen oder stark gerissenen Bereichen werden ausgetauscht.

Am Ende weiterverwenden

Unbehandeltes, gesundes Holz muss nach seiner Zeit als Rankhilfe nicht sofort entsorgt werden.

Dünne, zerkleinerte Zweige können als holzige Strukturkomponente in den Kompost gelangen. Die LWG empfiehlt gehäckseltes Gehölzschnittgut unter anderem als holzige Komponente zwischen feuchteren Kompostmaterialien.

Größere alte Ruten können – sofern gesund und unbehandelt – auch in einer Reisig- oder Benjeshecke weiterverwendet werden.

Das Gerüst als Strukturelement im Naturgarten

Ein Rankgerüst ist in erster Linie eine Kulturhilfe und sollte nicht als garantiertes „Insektenhotel“ beworben werden.

Trotzdem erhöht unbehandeltes, verzweigtes Holz die Strukturvielfalt eines Gartens.

Kleine Insekten oder Spinnen können zeitweise Zwischenräume und raue Oberflächen nutzen. Nach der Saison kann geeignetes Holz in einer Totholzstruktur eine weitere Funktion bekommen.

Sitzwarte für Vögel

Freie Spitzen können von kleinen Vögeln gelegentlich als Sitzplatz genutzt werden.

Das bedeutet nicht, dass jedes Bohnen-Tipi automatisch ökologisch bedeutsam wird. In Kombination mit Hecken, Stauden, Totholz und anderen naturnahen Bereichen entstehen jedoch zusätzliche Strukturen.

Besonders sinnvoll ist der Kreislaufgedanke: Ein Haseltrieb wird geschnitten, dient mehrere Saisons als Rankhilfe und landet später nicht im Müll, sondern beispielsweise als Kompoststruktur oder in einer Benjeshecke.

Häufige Fehler

Zu dünne Ruten verwenden

Ein Gerüst, das leer gerade noch steht, kann unter nassen ausgewachsenen Bohnen zusammenbrechen.

Pfosten nur oberflächlich einstecken

Wind und Pflanzengewicht erzeugen seitliche Kräfte. Die tragenden Ruten müssen fest verankert sein.

Spitze Enden in Wege ragen lassen

Überstehende Ruten werden so gekürzt oder ausgerichtet, dass keine Verletzungsgefahr entsteht.

Fremde Hasel einfach abschneiden

Material gehört dem Grundstückseigentümer. Im Wald, an Feldrändern und auf öffentlichen Flächen darf nicht einfach geschnitten werden.

Gehölze nur für Bastelmaterial zur falschen Zeit stark schneiden

Die bundesrechtlichen Schnittbeschränkungen und der Artenschutz gelten auch dann, wenn lediglich einige schöne Ruten für ein Gartenprojekt gesucht werden.

Haltbarkeit überschätzen

Naturholz verwittert. Vor jeder neuen Saison werden tragende Ruten und Bindungen geprüft.

Häufige Fragen

Welche Ruten eignen sich am besten?

Gerade Haselruten sind für tragende Teile besonders praktisch. Biegsame Weidenruten eignen sich gut zum Flechten. Entscheidend sind ausreichende Länge, Stärke und gesundes, unbehandeltes Holz.

Wann darf ich Haselruten schneiden?

Geeignetes Material lässt sich häufig beim ohnehin notwendigen Gehölzschnitt im Winter gewinnen. Zusätzlich sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten: Für stärkere Eingriffe an Hecken, Gebüschen und anderen Gehölzen gelten insbesondere vom 1. März bis 30. September bundesrechtliche Einschränkungen; Artenschutz gilt darüber hinaus.

Wie hoch sollte ein Bohnen-Tipi sein?

Als praktische Faustregel sind Ruten von ungefähr 2 bis 2,5 Metern gut handhabbar. Ein Teil steckt im Boden. Sorte, Beetgröße und gewünschte Arbeitshöhe können andere Maße sinnvoll machen.

Welche Schnur eignet sich?

Hanf- oder Sisalschnur lässt sich gut verarbeiten. Die Verbindung muss ausreichend kräftig sein und regelmäßig kontrolliert werden.

Wie lange hält ein Rankgerüst aus Hasel?

Eine feste Lebensdauer gibt es nicht. Als grober Erfahrungswert sind bei kräftigen Ruten etwa zwei bis mehrere Saisons möglich. Bodenkontakt, Feuchtigkeit, Holzstärke und Winterlagerung können die tatsächliche Lebensdauer stark verkürzen oder verlängern.

Kann ich das alte Holz kompostieren?

Gesundes, unbehandeltes Holz kann zerkleinert als Strukturmaterial kompostiert werden. Dickere Ruten zersetzen sich langsam und eignen sich oft besser für eine Reisig- oder Benjeshecke.

Kann ich ein Haselgerüst für Clematis dauerhaft stehen lassen?

Für kleinere beziehungsweise weniger kräftige Sorten kann eine stabile Konstruktion zeitweise funktionieren. Große mehrjährige Clematis benötigen jedoch eine dauerhaft tragfähige Rankhilfe, deren Belastbarkeit langfristig zur Pflanze passt.

Fazit

Ein Rankgerüst selber bauen gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, Gehölzschnitt direkt im Garten weiterzuverwenden.

Gerade Haselruten eignen sich für kräftige tragende Stäbe. Biegsame Weidenruten können zu Querverbindungen und Flechtgittern verarbeitet werden. Die LWG empfiehlt geeignetes Schnittgut ausdrücklich als natürliche Rank- und Kletterhilfe.

Für Stangenbohnen ist ein Tipi besonders unkompliziert: Mehrere lange Ruten werden fest im Boden verankert, oben zusammengeführt und sicher verschnürt. Erbsen und Wicken kommen auch mit niedrigeren, feineren Gittern zurecht.

Sicherheit geht dabei vor improvisierter Optik.

Scharfe Werkzeuge werden kontrolliert eingesetzt, Hände bleiben aus dem Schneidbereich und überstehende Spitzen dürfen nicht in Wege ragen. Die fertige Konstruktion wird kräftig auf Standfestigkeit geprüft, bevor Pflanzen daran hochwachsen.

Auch das Material selbst muss legal gewonnen werden. Am besten verwendet man Ruten aus dem eigenen Garten oder fragt den Eigentümer ausdrücklich um Erlaubnis. Stärkere Gehölzschnitte dürfen nicht beliebig während der gesetzlichen Schutzperiode vorgenommen werden.

Wie lange das Gerüst hält, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Unbehandeltes Naturholz altert abhängig von Holzstärke, Wetter, Bodenkontakt und Lagerung. Zwei bis mehrere Saisons können ein brauchbarer Erfahrungsrahmen sein, aber keine Garantie.

Am Ende bleibt das Holz trotzdem wertvoll.

Gesunde alte Ruten können zerkleinert in den Kompost oder als Reisig in eine Benjeshecke wandern. So entsteht aus einem Haseltrieb erst Schnittgut, dann Rankhilfe und schließlich wieder organisches Strukturmaterial – ein einfacher Kreislauf, für den kaum neues Material gekauft werden muss.

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