Spätblüher für Wildbienen: 8 Pflanzen, die im Herbst noch Nahrung liefern

Wenn die Tage kürzer werden und viele Sommerblumen bereits verblüht sind, beginnt für einige Wildbienen eine besonders wichtige Phase. Während sich zahlreiche Arten längst in ihre Winterquartiere zurückgezogen haben, sind andere noch auf der Suche nach Nektar und Pollen. Gerade im Spätsommer und Herbst können blühende Pflanzen deshalb einen wertvollen Beitrag zum Nahrungsangebot leisten.

Ein bienenfreundlicher Garten muss im Oktober nicht farblos sein. Herbstastern, Fetthennen, Efeu und andere Spätblüher sorgen dafür, dass auch zum Ende der Gartensaison noch Blüten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig verschönern sie Beete, Naturgärten und teilweise sogar Balkone.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Blütenpracht. Manche Zierpflanzen bieten kaum zugängliche Nahrung, während unscheinbare heimische Arten besonders wertvoll sein können.

Wir stellen acht Spätblüher vor, die Wildbienen und anderen Bestäubern im Herbst helfen können, und erklären, welche Standorte sie bevorzugen und wie sie richtig gepflegt werden.

Warum Spätblüher für Wildbienen so wichtig sind

In Deutschland leben zahlreiche Wildbienenarten mit unterschiedlichen Lebenszyklen. Manche fliegen hauptsächlich im Frühjahr, andere während der Sommermonate. Einige Arten sind dagegen noch im September oder Oktober aktiv.

Die Tiere benötigen Nektar als Energiequelle und Pollen insbesondere für die Versorgung ihrer Nachkommen. Fehlen während ihrer Flugzeit geeignete Blüten, kann das ihre Fortpflanzung erschweren.

Spätblüher helfen, saisonale Nahrungslücken zu verkleinern. Besonders sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Pflanzenauswahl, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein Blüten bietet.

Allerdings profitieren nicht alle Wildbienen gleichermaßen von denselben Pflanzen. Während manche Arten verschiedene Blüten besuchen, sind andere bei der Pollensammlung auf bestimmte Pflanzenfamilien oder Gattungen spezialisiert.

Deshalb sollten heimische Wildpflanzen möglichst die Grundlage eines naturnahen Gartens bilden. Geeignete Gartenstauden können das Angebot ergänzen.

8 wertvolle Spätblüher für Wildbienen und andere Bestäuber

1. Efeu (Hedera helix) – eine besonders wichtige Herbstpflanze

Blütezeit: September bis Oktober, teilweise November

Gewöhnlicher Efeu wird häufig als immergrüne Kletterpflanze wahrgenommen. Seine ökologische Bedeutung zeigt sich jedoch besonders im Herbst, wenn ältere Pflanzen ihre grünlich-gelben Blütendolden entwickeln.

Zu einer Jahreszeit, in der viele andere Pflanzen bereits verblüht sind, liefern diese Blüten reichlich Nektar und Pollen. Neben Wildbienen besuchen auch Honigbienen, Schwebfliegen und verschiedene Wespenarten die Blüten.

Standort: Halbschatten bis Schatten, bei ausreichender Feuchtigkeit auch sonnige Plätze. Efeu wächst auf vielen Gartenböden und eignet sich für Mauern, Zäune und geeignete Rankhilfen.

Wildbienenwert: Besonders hoch für spät fliegende Arten, vor allem für die Efeu-Seidenbiene.

Efeu blüht allerdings nicht sofort nach dem Pflanzen. Erst ältere Triebe in der sogenannten Altersform bilden Blüten. Wer einen wertvollen Bestand besitzt, sollte deshalb nicht sämtliche blühfähigen Triebe regelmäßig zurückschneiden.

Die Efeu-Seidenbiene: eine nachgewiesene Spezialistin

Die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) gehört zu den bemerkenswertesten spät fliegenden Wildbienen Deutschlands.

Ihre Flugzeit reicht ungefähr von Ende August bis Ende Oktober. Sie sammelt bevorzugt Pollen des Gewöhnlichen Efeus, um ihre Nachkommen zu versorgen.

Die Spezialisierung ist wissenschaftlich dokumentiert. Nach den Untersuchungen des Wildbienenforschers Paul Westrich gilt die Art als eingeschränkt oligolektisch: Efeu ist ihre wichtigste Pollenquelle, gelegentlich nutzt sie jedoch auch andere Pflanzen. Eine ausschließliche Bindung an Efeupollen wäre daher zu stark vereinfacht.

wildbienen.info

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Die Weibchen legen ihre Nester im Boden an, häufig in sandigen oder locker strukturierten Bereichen. Wer blühenden Efeu erhält und geeignete offene Bodenstellen schützt, unterstützt damit sowohl die Nahrungssuche als auch die Fortpflanzung dieser Art.

2. Herbstaster – farbenreiche Blüten bis in den Oktober

Blütezeit: August bis Oktober, je nach Art und Sorte

Herbstastern gehören zu den bekanntesten Blütenstauden der späten Gartensaison. Ihre zahlreichen Blüten in Violett, Rosa, Blau oder Weiß bringen Farbe in Beete, wenn viele Sommerpflanzen bereits verblüht sind.

Besonders ungefüllte Sorten werden von verschiedenen Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besucht.

Standort: Sonnig, mit nährstoffreichem, durchlässigem und möglichst gleichmäßig frischem Boden.

Wildbienenwert: Gut als ergänzende Nektar- und Pollenquelle für verschiedene spät fliegende Blütenbesucher.

Für einen naturnahen Garten eignen sich beispielsweise ungefüllte Sorten der Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae). Auch heimische Asternarten können je nach Region und Standort eine gute Wahl sein.

Bei der Pflanzung ist genügend Abstand wichtig, damit die Blätter nach Regen schnell abtrocknen. Einige Astern können bei ungünstigen Bedingungen anfällig für Mehltau sein.

Verblühte Stängel dürfen über den Winter stehen bleiben. Sie bieten Struktur und können Insekten als Rückzugsort dienen.

3. Fetthenne – pflegeleichte Nahrung für sonnige Beete

Blütezeit: August bis Oktober

Die Hohe Fetthenne und verwandte Arten zählen zu den unkompliziertesten Herbststauden. Ihre fleischigen Blätter speichern Wasser, während die dichten Blütenschirme zahlreiche kleine Einzelblüten tragen.

Die Blüten sind häufig rosa bis dunkelrot gefärbt und werden an sonnigen Tagen von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen besucht.

Standort: Sonnig, mit gut durchlässigem Boden. Viele Arten vertragen vorübergehende Trockenheit.

Wildbienenwert: Gute ergänzende Nektar- und Pollenquelle, insbesondere bei ungefüllten, reich blühenden Formen.

Für naturnahe Pflanzungen ist die heimische Purpur-Fetthenne beziehungsweise Große Fetthenne aus dem Hylotelephium telephium-Artenkreis interessant. Auch verschiedene Gartensorten können Insekten Nahrung bieten.

Ein großer Vorteil ist der geringe Pflegeaufwand. Nach dem Anwachsen benötigen Fetthennen meist wenig zusätzliche Bewässerung.

Im Winter bleiben ihre trockenen Blütenstände dekorativ. Sie sollten möglichst erst im Frühjahr entfernt werden.

4. Sonnenhut – spätsommerliche Blüten für Bestäuber

Blütezeit: Juli bis September, teilweise Oktober

Der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) ist eine auffällige Gartenstaude mit meist rosafarbenen Zungenblüten und einem markanten, kegelförmigen Blütenzentrum.

Er stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird aber auch in deutschen Gärten häufig kultiviert.

Standort: Vollsonnig, auf durchlässigem, mäßig nährstoffreichem Boden. Staunässe sollte vermieden werden.

Wildbienenwert: Ergänzende Nahrungsquelle für verschiedene nicht spezialisierte Wildbienen und Hummeln.

Wichtig ist die Auswahl ungefüllter Sorten. Bei ihnen sind die pollenführenden Blüten im Zentrum besser zugänglich.

Sonnenhut eignet sich besonders für sonnige Staudenbeete in Kombination mit Astern und Fetthennen.

Nach der Blüte entwickeln sich markante Samenstände, die den Garten auch im Winter strukturieren. Einige samenfressende Vögel können davon profitieren.

Da Sonnenhut keine heimische Wildpflanze ist, sollte er eine artenreiche Bepflanzung ergänzen und nicht ersetzen.

5. Herbstanemone – Blüten für halbschattige Gartenbereiche

Blütezeit: August bis Oktober

Herbstanemonen gehören zu den eleganten Spätblühern. Ihre weißen oder rosafarbenen Blüten sitzen auf langen Stielen und bewegen sich leicht im Wind.

Sie eignen sich besonders für Gartenbereiche, in denen die Sonne nicht den ganzen Tag scheint.

Standort: Halbschattig bis sonnig, auf humusreichem, frischem und gut durchlässigem Boden.

Wildbienenwert: Ergänzendes Angebot für generalistische Blütenbesucher, sofern die Blüten offen und die Staubgefäße zugänglich sind.

Herbstanemonen sind keine heimischen Wildpflanzen. Ihr Nutzen für spezialisierte Wildbienen ist daher begrenzter als der geeigneter heimischer Nahrungspflanzen.

Dennoch können ungefüllte Formen das Blütenangebot im Garten erweitern.

Nach der Pflanzung benötigen sie etwas Zeit, um sich zu etablieren. Einmal eingewachsen, können sie größere Bestände bilden.

In kleinen Beeten empfiehlt es sich, ihre Ausbreitung zu beobachten und gegebenenfalls zu begrenzen.

6. Besenheide – wertvolle Blüten auf sauren Böden

Blütezeit: Juli bis September, gelegentlich Oktober

Die Besenheide (Calluna vulgaris) ist eine heimische Pflanze der Heiden und nährstoffarmen, sauren Standorte.

Ihre kleinen, meist rosafarbenen Blüten erscheinen in großer Zahl und werden von unterschiedlichen Insekten besucht.

Standort: Sonnig, mit saurem, nährstoffarmem und gut durchlässigem Boden.

Wildbienenwert: Hoch an geeigneten Standorten, besonders als Pollen- und Nektarquelle für heidetypische Insektenarten.

Bei der Auswahl ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Im Handel werden häufig sogenannte Knospenblüher angeboten. Deren Blütenknospen bleiben geschlossen und bieten Bestäubern deutlich weniger zugängliche Nahrung.

Für einen insektenfreundlichen Garten sollte deshalb echte, offen blühende Besenheide bevorzugt werden.

Die Pflanze benötigt keine starke Düngung. Kalkreiche Böden sind ungeeignet.

Besonders sinnvoll ist Besenheide in naturnahen Heidegärten oder auf bereits vorhandenen sauren Sandböden. Eine künstliche Umgestaltung kalkreicher Gartenflächen ist nicht immer ökologisch sinnvoll.

7. Ungefüllte Dahlie – zusätzliche Nahrung bis zum Frost

Blütezeit: Juli bis zum ersten stärkeren Frost

Dahlien sind für ihre auffälligen Blüten bekannt. Allerdings unterscheiden sich die Sorten erheblich in ihrem Nutzen für Insekten.

Während dicht gefüllte Dahlien oft kaum zugängliche Staubgefäße besitzen, bieten einfach blühende Sorten offen erreichbare Blütenzentren.

Standort: Sonnig, warm und windgeschützt, mit nährstoffreichem, lockerem Boden.

Wildbienenwert: Gute ergänzende Nahrungsquelle für verschiedene generalistische Bienen und andere Bestäuber, sofern die Blüten ungefüllt sind.

Besonders geeignet sind einfach blühende Dahlien mit gut sichtbarer gelber Blütenmitte.

Regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten kann die Bildung weiterer Knospen fördern und die Blütezeit verlängern.

Da Dahlien frostempfindlich sind, müssen ihre Knollen in vielen deutschen Regionen nach dem ersten Frost ausgegraben und frostfrei überwintert werden.

Als ursprünglich mittelamerikanische Pflanzen ersetzen Dahlien keine heimischen Wildstauden. Sie können jedoch eine zeitliche Lücke im Blütenangebot ergänzen.

8. Wilde Karde – eine markante Pflanze mit ökologischem Mehrwert

Blütezeit: Juli bis September, gelegentlich bis Oktober

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) fällt durch ihre hohen Stängel und eiförmigen, stacheligen Blütenköpfe auf.

Ihre kleinen violetten Blüten öffnen sich abschnittsweise ringförmig um den Blütenstand. Das macht die Pflanze auch optisch besonders interessant.

Standort: Sonnig bis halbschattig, auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Böden.

Wildbienenwert: Nektarquelle für verschiedene Bienen und Hummeln, vor allem im Hoch- und Spätsommer. Ihr Beitrag im eigentlichen Herbst hängt stark von Standort und Witterung ab.

Die Wilde Karde ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr wächst der hohe Blütenstängel.

Nach der Blüte bleiben stabile Samenstände zurück. Besonders Stieglitze können die Samen als Nahrung nutzen.

Wer genügend Platz hat, sollte die trockenen Stängel über den Winter stehen lassen.

Die Wilde Karde kann sich reichlich aussäen. In kleinen Gärten lässt sich ihre Ausbreitung durch gezieltes Entfernen einzelner Samenstände kontrollieren.

Warum ungefüllte Blüten die bessere Wahl sind

Nicht jede auffällige Blume ist automatisch insektenfreundlich.

Bei gefüllten Blüten wurden durch Züchtung häufig Staubgefäße in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Dadurch können Pollen und Nektar fehlen oder für Insekten nur schwer erreichbar sein.

Besonders bei Dahlien, Astern und Sonnenhut lohnt es sich deshalb, die Blütenform genauer zu betrachten.

Einfach blühende Sorten mit offenem Zentrum sind meist die bessere Wahl. Auch der NABU empfiehlt ungefüllte Blüten, da stark gefüllte Formen häufig kaum Nahrung bereitstellen.

blogs.nabu.de

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Ein praktischer Hinweis beim Pflanzenkauf: An warmen, sonnigen Tagen lässt sich beobachten, ob Bienen und andere Insekten die Blüten tatsächlich besuchen. Das ist ein hilfreiches Zeichen, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob eine Pflanze auch für spezialisierte Wildbienen geeignet ist.

Spätblüher richtig pflegen: Weniger Rückschnitt, mehr Lebensraum

Ein naturnaher Herbstgarten braucht nicht vollständig aufgeräumt zu werden. Verblühte Pflanzenstängel, trockene Samenstände und liegen gebliebenes Laub können wichtige Lebensräume sein.

Rückschnitt möglichst erst im Frühjahr

Viele Insekten überwintern in oder an Pflanzenstängeln, unter Laub und in anderen geschützten Bereichen.

Wer alle Stauden bereits im Oktober bodennah abschneidet, entfernt möglicherweise solche Überwinterungsplätze.

Deshalb empfiehlt der NABU, verblühte Stauden über den Winter stehen zu lassen.

nabu.de

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Der Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen, idealerweise schrittweise und nicht bei allen Pflanzen gleichzeitig. Abgeschnittene markhaltige oder hohle Stängel können anschließend noch einige Zeit aufrecht an einem geschützten Platz verbleiben, damit darin lebende Insekten ihre Entwicklung abschließen können.

Auf Pestizide verzichten

Ein Garten mit zahlreichen Blüten verliert einen Teil seines ökologischen Nutzens, wenn regelmäßig Insektizide eingesetzt werden.

Besser sind vorbeugende Maßnahmen wie passende Standorte, vielfältige Bepflanzung und die Förderung natürlicher Gegenspieler von Pflanzenschädlingen.

Auch Laubbläser und eine übermäßig intensive Bodenbearbeitung sollten möglichst vermieden werden.

Nistplätze mitdenken

Blüten allein reichen für den Wildbienenschutz nicht aus.

Viele Arten nisten im Boden. Andere nutzen vorhandene Hohlräume oder geeignete Pflanzenstängel.

Kleine offene Bodenstellen, ungestörte sandige Bereiche und natürliche Strukturen können deshalb ebenso wichtig sein wie ein vielfältiges Nahrungsangebot.

Das Bundesamt für Naturschutz berücksichtigt bei seinen Wildbienenschutzprojekten ausdrücklich beide Aspekte: Nahrungspflanzen und geeignete Nisthabitate.

BFN

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Regionale Unterschiede in Deutschland beachten

Die Blütezeiten der genannten Pflanzen sind Richtwerte. Je nach Höhenlage, Witterung und regionalem Klima können sie sich deutlich verschieben.

In milden Regionen am Oberrhein oder in geschützten Stadtgärten blühen manche Pflanzen länger als in höheren Mittelgebirgslagen.

In kühleren Regionen Süd- und Ostdeutschlands können frühe Fröste das Blütenangebot bereits im September oder Oktober einschränken.

Auch die Bodenverhältnisse spielen eine Rolle. Besenheide eignet sich besonders für saure, nährstoffarme Standorte, während andere Herbststauden humusreichere Gartenböden bevorzugen.

Bei der Auswahl heimischer Wildpflanzen empfiehlt sich regionales, möglichst gebietseigenes Pflanz- und Saatgut. Damit lassen sich lokale Pflanzenbestände besser berücksichtigen.

Häufige Fragen zu Spätblühern für Wildbienen

Welche Pflanze ist im Oktober besonders wertvoll für Wildbienen?

Blühender Efeu gehört zu den wichtigsten späten Nahrungsquellen. Besonders die Efeu-Seidenbiene ist eng mit dieser Pflanze verbunden. Auch spät blühende Astern und Fetthennen können noch Nahrung liefern.

Können Wildbienen im November noch aktiv sein?

Ja, bei mildem Wetter können einzelne Wildbienen und Hummeln auch im November beobachtet werden. Die meisten Wildbienenarten haben ihre Flugzeit dann allerdings bereits beendet.

Sind Herbstanemonen und Dahlien genauso wertvoll wie heimische Wildpflanzen?

Nicht grundsätzlich. Ungefüllte Sorten können Nahrung für verschiedene Blütenbesucher liefern. Heimische Wildpflanzen sind jedoch häufig wichtiger für spezialisierte Arten und sollten deshalb bevorzugt werden.

Sollte man verblühte Stauden im Herbst abschneiden?

Möglichst nicht vollständig. Viele trockene Pflanzenstängel und Samenstände können über den Winter stehen bleiben. Ein vorsichtiger, schrittweiser Rückschnitt im Frühjahr ist in einem naturnahen Garten meist sinnvoller.

Welche Spätblüher eignen sich für den Balkon?

Kompakte Herbstastern, Fetthennen und ungefüllte Zwergdahlien können in ausreichend großen Pflanzgefäßen wachsen. Entscheidend sind ein passender Standort, Wasserabzug und die richtige Pflege. Auch hier sollten möglichst heimische Arten berücksichtigt werden.

Fazit: Ein blühender Herbstgarten unterstützt die Artenvielfalt

Ein bienenfreundlicher Garten endet nicht mit dem Sommer. Efeu, Herbstastern, Fetthennen und andere Spätblüher können das Nahrungsangebot bis weit in den Herbst verlängern.

Besonders wichtig sind offen zugängliche Blüten, geeignete Standorte und eine abwechslungsreiche Pflanzenauswahl.

Wer außerdem heimische Wildpflanzen fördert, auf Pestizide verzichtet und trockene Stauden erst im Frühjahr zurückschneidet, schafft mehr als ein schönes Herbstbeet: einen wertvollen Lebensraum für Wildbienen und zahlreiche andere Tiere.

Dabei gilt: Nicht jede der acht Pflanzen blüht bis zum Frost, und nicht jede hilft allen Wildbienen gleichermaßen. Entscheidend ist eine standortgerechte Kombination, die über möglichst viele Monate Nahrung und Schutz bietet.

Verifizierte Fachquellen

  1. NABU – Damit es im Garten summt und brummt! Hinweise zu ungefüllten Blüten, heimischen Pflanzen und naturnaher Gartenpflege. NABU-Fachbeitrag
  2. Paul Westrich – Wildbienen.info: Colletes hederae. Wissenschaftlicher Artensteckbrief zur Efeu-Seidenbiene, Pollenspezialisierung und Flugzeit. Artensteckbrief
  3. Bundesamt für Naturschutz – BienenBrückenBauen. Informationen zu Nahrungspflanzen, Nisthabitaten und Wildbienenschutz. BfN-Projekt
  4. NABU Baden-Württemberg – Blühende Gärten. Informationen zu insektenfreundlicher Bepflanzung, Überwinterungsplätzen und Herbstpflege. NABU-Broschüre (PDF)
  5. Bundesamt für Naturschutz – Bienenfreundliche Pflanzen. Pflanzenauswahl, Blütezeiten und Bedeutung verschiedener Nahrungsquellen. BfN-Pflanzenübersicht

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