Drahtkorb mit Herbstlaub zur Herstellung von Laubkompost in einem Garten

Laub im Garten sinnvoll nutzen: Laubkompost, Mulch und Winterquartier statt Biotonne

Jeden Herbst fällt in Gärten eine große Menge organisches Material an. Unter Obstbäumen, Hecken und großen Laubbäumen werden Blätter zusammengerecht, in Säcke gefüllt und aus dem Garten gebracht. Damit verlässt jedoch genau das Material den Garten, aus dem in natürlichen Systemen ein Teil der neuen Humusschicht entsteht.

Laub enthält Kohlenstoff und weitere Pflanzennährstoffe. Wird es von Pilzen, Mikroorganismen und Bodentieren zersetzt, entsteht organische Substanz, die wieder in den Boden zurückkehrt. Deshalb muss Herbstlaub nicht automatisch in der Biotonne landen.

Entscheidend ist, wo und wie es eingesetzt wird. Auf dem Rasen und auf rutschigen Wegen muss Laub entfernt werden. Unter Hecken, zwischen Stauden, auf Gemüsebeeten, im Kompost oder in einer ruhigen Gartenecke kann es dagegen ausgesprochen nützlich sein.

Eine besondere Form der Nutzung ist Laubkompost oder Laubmulm. Er entsteht anders als klassischer Gartenkompost und besitzt deshalb auch andere Eigenschaften.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Laub wertvoll ist
  2. Laubkompost selbst herstellen
  3. Warum Laub allein langsam verrottet
  4. Laub als Mulch auf Beeten
  5. Welches Laub problematisch ist
  6. Laub für Tiere
  7. Laub auf dem Rasen
  8. Was nicht getan werden sollte
  9. Häufige Fragen
  10. Fazit

Warum Laub wertvoll ist

Ein gefallenes Blatt ist kein nutzloser Abfall. Es besteht zu einem großen Teil aus kohlenstoffreichen Pflanzenstrukturen, die nach und nach von Bodenorganismen zerlegt werden.

Dabei sind Pilze besonders wichtig. Regenwürmer, Asseln, Käfer und zahlreiche Mikroorganismen beteiligen sich ebenfalls am Abbau. Die Bayerische Gartenakademie beschreibt Herbstlaub ausdrücklich als wertvollen Rohstoff, aus dem bei der Zersetzung organische Substanz entsteht und Nährstoffe wieder verfügbar werden.

Für den Boden ist dabei nicht nur der Nährstoffgehalt interessant. Zersetztes organisches Material trägt zum Humusaufbau bei. Humus verbessert die Bodenstruktur und unterstützt die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.

Eine Laubdecke erfüllt außerdem bereits vor ihrer vollständigen Zersetzung eine Funktion. Sie schützt die Bodenoberfläche vor direktem Schlagregen, starken Temperaturschwankungen und Austrocknung. Gleichzeitig unterdrückt eine ausreichend geschlossene Schicht die Keimung mancher unerwünschter Pflanzen.

Unter Hecken und Stauden entsteht dadurch eine Situation, die dem natürlichen Waldboden ähnelt: Pflanzenmaterial fällt auf die Oberfläche und wird dort langsam in den Stoffkreislauf zurückgeführt.

Laub ist gleichzeitig Lebensraum. Zwischen feuchten Blättern leben und überwintern zahlreiche kleine Tiere. In größeren Laub- und Reisighaufen können auch Igel Schutz finden.

Laub im Garten zu verwenden bedeutet deshalb nicht, einfach „nicht aufzuräumen“. Es bedeutet, organisches Material gezielt dort zu belassen, wo Boden und Tiere davon profitieren.

Laubkompost (Laubmulm) selbst herstellen

Laubkompost unterscheidet sich vom üblichen Mischkompost. Klassischer Kompost enthält normalerweise stickstoffreiches und kohlenstoffreiches Material in einer Mischung: Küchenreste, Rasenschnitt, Pflanzenreste und holzige Bestandteile.

Ein Laubhaufen besteht dagegen überwiegend aus kohlenstoffreichem Material. Seine Zersetzung läuft langsamer und stärker pilzgeprägt ab. Das Ergebnis ist ein lockeres, dunkles Material, das vor allem als Bodenverbesserer und Substratbestandteil interessant ist.

Drahtkorb bauen

Die einfachste Konstruktion ist ein luftdurchlässiger Korb aus stabilem Drahtgitter.

Dazu wird ein Stück Maschendraht zu einem Zylinder verbunden und an einem schattigen bis halbschattigen Platz aufgestellt. Der Untergrund sollte direkten Kontakt zum Gartenboden haben.

Das ist sinnvoll, weil Bodenorganismen leichter in das Material einwandern können. Gleichzeitig kann überschüssiges Wasser ablaufen.

Der Behälter muss nicht vollkommen geschlossen sein. Laub braucht keine luftdichte Lagerung. Sauerstoff ist für die Zersetzungsprozesse wichtig.

Richtige Feuchtigkeit

Trockenes Laub zersetzt sich nur sehr langsam. Vollständig vernässtes und zusammengepresstes Laub besitzt dagegen zu wenig Luftzwischenräume.

Ideal ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit, vergleichbar mit einem gut ausgedrückten Schwamm.

Frisch gefallenes, bereits leicht feuchtes Herbstlaub kann direkt eingefüllt werden. Sehr trockenes Material wird beim Einfüllen schichtweise leicht angefeuchtet.

Der Korb sollte anschließend nicht ständig durchnässt werden. Regen reicht an einem normalen Standort häufig aus. Bei sehr langen Trockenperioden kann kontrolliert und gegebenenfalls etwas Wasser ergänzt werden.

Zerkleinern mit dem Rasenmäher

Große, feste Blätter besitzen relativ wenig Angriffsfläche. Werden sie zerkleinert, können Pilze und Mikroorganismen das Pflanzenmaterial leichter besiedeln.

Eine einfache Methode besteht darin, trockenes oder leicht feuchtes Laub auf dem Rasen auszubreiten und mit dem Rasenmäher aufzunehmen.

Dadurch entstehen kleinere Blattstücke. Gleichzeitig kann sich etwas Rasenschnitt untermischen. Diese Mischung verrottet schneller als eine kompakte Schicht aus ganzen Blättern.

Besonders bei härterem Laub von Eiche, Walnuss oder Kastanie ist das Zerkleinern hilfreich.

Dauer von ein bis zwei Jahren

Laubmulm braucht Geduld.

Nach ungefähr einem Jahr ist das ursprüngliche Blattmaterial bei günstigen Bedingungen bereits deutlich zusammengefallen und teilweise zersetzt. Je nach Laubart, Feuchtigkeit, Zerkleinerung und Standort können noch Blattstrukturen erkennbar sein.

Für einen weitgehend ausgereiften, feinen Laubkompost sollte eher mit ein bis zwei Jahren gerechnet werden. Hartes, stärker verholztes Laub benötigt tendenziell länger als weiches Laub.

Diese langsame Entwicklung ist kein Fehler. Ein reiner Laubhaufen funktioniert schlicht anders als ein gut gemischter, aktiver Komposthaufen.

Hände halten fertigen, dunklen und krümeligen Laubkompost

Fertiger Laubmulm ist dunkel, krümelig und riecht nach Waldboden — er ersetzt gekaufte Aussaaterde.

Woran man fertigen Laubkompost erkennt

Reifer Laubmulm ist dunkelbraun, locker und krümelig. Einzelne Blätter sind kaum noch als solche erkennbar.

Der Geruch erinnert eher an Waldboden als an frisches oder faulendes Pflanzenmaterial.

Bleiben größere Blattstücke erhalten, ist das kein Problem. Das Material kann weiterreifen oder bereits als Mulch beziehungsweise Bodenverbesserer eingesetzt werden.

Wofür sich Laubkompost eignet

Laubmulm eignet sich besonders zur Verbesserung der Bodenstruktur. In leichten Böden hilft organische Substanz dabei, Wasser und Nährstoffe besser zu halten. In schwereren Böden kann organisches Material eine lockerere Krümelstruktur unterstützen.

Auch in Kübelmischungen kann gut ausgereifter Laubkompost als Bestandteil verwendet werden.

Bei Aussaaterde ist etwas mehr Zurückhaltung sinnvoll. Reifer, fein gesiebter Laubmulm kann Bestandteil einer selbst gemischten Anzuchterde sein. Seine Eigenschaften sind jedoch nicht standardisiert: Nährstoffgehalt, pH-Wert, Salzgehalt und Struktur hängen vom Ausgangsmaterial und von der Rotte ab. Für empfindliche Aussaaten sollte er deshalb nicht pauschal als vollständiger Ersatz für ein geprüftes Aussaatsubstrat verstanden werden.

Warum Laub allein langsam verrottet

Für eine schnelle Kompostierung benötigen Mikroorganismen unter anderem Kohlenstoff und Stickstoff.

Kohlenstoff liefert ihnen Energie. Stickstoff wird unter anderem für den Aufbau von Proteinen und neuer mikrobieller Biomasse benötigt.

Laub enthält im Verhältnis dazu viel kohlenstoffreiches Strukturmaterial. Besonders harte Blätter besitzen zudem stärker verholzte Bestandteile. Dadurch läuft der Abbau langsamer als bei einer Mischung aus unterschiedlichen Gartenabfällen.

Deshalb verhält sich ein Laubhaufen nicht wie ein klassischer Kompost.

Wer die Rotte beschleunigen möchte, kann zerkleinertes Laub mit stickstoffreicherem Material mischen. Frischer Rasenschnitt eignet sich dafür besonders gut. Auch bereits aktiver Gartenkompost kann zwischen dünne Laublagen gegeben werden.

Das Prinzip ist einfach: Unterschiedliche Materialien ergänzen sich.

Eine dicke, zusammengepresste Schicht aus ausschließlich nassem Laub bietet dagegen ungünstige Bedingungen. Besser sind kleinere Blattstücke, ausreichend Feuchtigkeit, Luft und bei schneller gewünschter Rotte eine Mischung mit anderen organischen Materialien.

Laub als Mulch auf Beeten

Nicht jedes Blatt muss zuerst durch einen Kompostbehälter wandern.

Unter Bäumen, Hecken und größeren Stauden kann Laub direkt auf der Bodenoberfläche bleiben. Auch abgeerntete Gemüsebeete können mit Herbstlaub bedeckt werden.

Als Orientierung ist eine lockere Schicht von ungefähr fünf Zentimetern für viele Beetflächen sinnvoll. Bei kleinen oder niedrigen Stauden darf die Auflage nicht so dicht werden, dass die Pflanzen vollständig begraben werden.

Auf schweren, dauerhaft nassen Böden sollte ebenfalls zurückhaltender gemulcht werden als auf lockeren, gut drainierten Flächen.

Die Blätter schützen den Boden und werden während des Winters schrittweise von Bodenorganismen verarbeitet.

Auf Rasenflächen gehört eine geschlossene Laubdecke dagegen nicht. Auch Wege und Terrassen sollten frei bleiben, weil feuchtes Laub rutschig wird.

Aus Gartenteichen sollte Falllaub ebenfalls entfernt werden. Größere Mengen organischen Materials würden dort absinken und sich im Wasser zersetzen.

Welches Laub problematisch ist

Grundsätzlich lässt sich fast jedes gesunde Herbstlaub im Garten verwenden. Unterschiede gibt es vor allem bei der Geschwindigkeit der Zersetzung und bei krankem Pflanzenmaterial.

Walnuss, Eiche und Kastanie

Walnuss-, Eichen- und Kastanienblätter gelten häufig pauschal als „schlechtes Laub“.

Das ist zu einfach.

Diese Blätter verrotten tatsächlich langsamer als beispielsweise weiches Hasel- oder Holunderlaub. Häufig werden dafür ausschließlich Gerbstoffe verantwortlich gemacht. Die Bayerische Gartenakademie weist jedoch darauf hin, dass der höhere Verholzungsgrad der festen Blätter für die langsamere Zersetzung besonders wichtig ist.

Das Material muss deshalb nicht entsorgt werden.

Zerkleinern mit dem Rasenmäher vergrößert die Oberfläche. Anschließend kann das Laub in dünnen Schichten mit anderem Material kompostiert oder als Mulch verwendet werden.

Kirschlorbeer

Die großen, ledrigen Blätter des Kirschlorbeers werden ebenfalls vergleichsweise langsam abgebaut.

Sie sollten deshalb möglichst zerkleinert und nicht als dicke, kompakte Schicht auf empfindlichen Pflanzen verteilt werden.

Kleine Mengen können mit anderen Gartenmaterialien gemischt kompostiert werden. Eine abwechslungsreiche Mischung verhindert, dass eine einzelne schwer abbaubare Blattart den gesamten Kompost dominiert.

Krankes Laub: Sternrußtau, Schorf und Miniermotte

Bei krankem oder von bestimmten Schädlingen befallenem Laub gelten andere Regeln als bei gesundem Herbstlaub.

Rosenlaub mit Sternrußtau sollte unter den Pflanzen entfernt werden. Krankheitserreger können auf befallenem Pflanzenmaterial überdauern und im folgenden Jahr erneut Infektionen begünstigen.

Auch bei anderen Pflanzenkrankheiten muss geprüft werden, ob der jeweilige Erreger im Falllaub überwintert. Ein kühler Hausgartenkompost erreicht nicht zuverlässig Temperaturen, die sämtliche Krankheitserreger oder Schädlinge abtöten.

Bei Schorf an Obstgehölzen ist die Hygiene des Falllaubs Teil der Krankheitsvorsorge. Befallenes Material sollte nicht einfach als Mulch direkt unter dem betroffenen Baum liegen bleiben.

Bei der Rosskastanien-Miniermotte spielt Falllaub ebenfalls eine besondere Rolle, weil Entwicklungsstadien des Schädlings darin überwintern können. Befallenes Kastanienlaub sollte deshalb konsequent gesammelt und entsprechend den örtlichen Empfehlungen entsorgt beziehungsweise einer geeigneten Behandlung zugeführt werden.

Im Zweifel ist die kommunale Biotonne oder Grünabfallsammlung sicherer als ein kühler eigener Kompost.

Laub für Tiere

Ein Laubhaufen ist nicht nur eine Zwischenlagerung für Pflanzenmaterial.

Unter Hecken oder in einer ruhigen Gartenecke kann er zu einem Winterquartier werden. Igel nutzen Laub und dichtes Pflanzenmaterial zum Bau ihrer Winternester. Auch Insekten und andere kleine Tiere finden zwischen Blättern geschützte Hohlräume.

NABU weist darauf hin, dass Laubhaufen auch Schmetterlingen, anderen Insekten und Amphibien Überwinterungsmöglichkeiten bieten.

Ideal ist ein ruhiger, geschützter Platz, beispielsweise an einer Hecke oder unter Sträuchern. Für Igel eignet sich besonders ein schattiger Standort, der sich im Frühjahr nicht ungewöhnlich früh erwärmt.

Eine starre Mindestgröße für einen natürlichen Laubhaufen ist nicht erforderlich. Praktisch gilt: Ein größerer, lockerer Haufen bietet stabilere geschützte Bereiche als eine dünne Blattschicht. Einige Äste oder Reisig können verhindern, dass das Laub vollständig zusammensackt oder verweht.

Der wichtigste Punkt kommt danach: Ein einmal als Winterquartier angelegter Haufen wird während des Winters nicht umgesetzt.

Man weiß nicht, welche Tiere darin ruhen oder überwintern. Das vermeintliche „Aufräumen“ im Januar kann genau den Lebensraum zerstören, den man im Herbst geschaffen hat.

Weitere Maßnahmen lassen sich mit einem igelfreundlichen, strukturreichen Garten verbinden.

Laub auf dem Rasen

Auf Staudenbeeten ist Laub nützlich. Auf einem gepflegten Rasen kann eine geschlossene Laubdecke dagegen problematisch werden.

Die Gräser benötigen auch im Herbst und Winter Licht und Luft. Eine schwere, nasse Blattschicht schirmt die Grasnarbe ab und hält sie lange feucht.

Deshalb sollte Falllaub regelmäßig vom Rasen entfernt werden.

Das bedeutet aber nicht, dass es entsorgt werden muss.

Eine besonders praktische Methode ist der Rasenmäher. Bei einem der letzten Mähgänge wird trockenes oder leicht feuchtes Laub zusammen mit etwas Gras aufgenommen.

Der Mäher zerkleinert die Blätter und mischt sie gleichzeitig mit stickstoffreicherem Rasenschnitt. Genau diese Kombination beschleunigt anschließend die Zersetzung auf dem Kompost.

So wird aus einer notwendigen Rasenpflege direkt geeignetes Kompostmaterial.

Was nicht getan werden sollte

Laubsauger und Laubbläser wirken bequem, haben im naturnahen Garten aber erhebliche Nachteile.

Das Umweltbundesamt warnt vor Lärm, aufgewirbeltem Staub und der Gefährdung kleiner Gartentiere. Besonders Geräte mit Saug- und Häckselfunktion können Frösche, Spinnen, Regenwürmer und andere Kleintiere verletzen oder töten.

Rechen, Besen und Harke sind auf normalen Gartengrundstücken die schonendere Lösung.

Auch das Verbrennen von Herbstlaub ist keine sinnvolle Entsorgung. Beim offenen Verbrennen feuchten Gartenmaterials entstehen Rauch, Feinstaub und weitere Schadstoffe. Ob und unter welchen Bedingungen Gartenabfälle verbrannt werden dürfen, hängt außerdem von den örtlichen rechtlichen Vorgaben ab. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich Verwertung beziehungsweise kommunale Entsorgungswege statt offenem Verbrennen.

Laub gehört auch nicht in den Restmüll.

Kann es im eigenen Garten nicht sinnvoll verwendet werden, sind kommunale Biotonne oder Grünabfallsammlung die vorgesehenen Wege. Noch besser ist es, möglichst viel gesundes Material direkt im Gartenkreislauf zu halten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert Laubkompost wirklich?

Für deutlich zersetzten Laubmulm sollte ungefähr ein Jahr eingeplant werden. Ein feinerer, weitgehend ausgereifter Laubkompost kann je nach Blattart und Bedingungen ein bis zwei Jahre benötigen. Zerkleinertes Laub und eine gleichmäßige Feuchtigkeit beschleunigen den Prozess.

Kann ich Walnusslaub überhaupt verwenden?

Ja. Walnusslaub muss nicht automatisch entsorgt werden. Es zersetzt sich langsamer als viele weichere Blattarten. Zerkleinert und mit anderem organischem Material gemischt kann es kompostiert oder als Mulch eingesetzt werden.

Wie dick darf Laub als Mulch liegen?

Für viele Stauden- und Gemüseflächen ist eine lockere Schicht um etwa fünf Zentimeter eine praktikable Orientierung. Niedrige Pflanzen dürfen nicht vollständig zugedeckt werden. Auf schweren, feuchten Böden sollte die Schicht dünner bleiben.

Kann ich Laubkompost als Aussaaterde verwenden?

Gut ausgereifter und fein gesiebter Laubmulm kann Bestandteil einer Aussaatmischung sein. Als pauschaler vollständiger Ersatz für standardisierte Aussaaterde ist er weniger berechenbar, weil Nährstoffgehalt, pH-Wert und Struktur je nach Ausgangsmaterial variieren.

Muss Laub vom Rasen entfernt werden?

Ja, wenn sich eine geschlossene Laubschicht bildet. Sie nimmt den Gräsern Licht und Luft und hält die Grasnarbe feucht. Das Laub kann mit dem Rasenmäher aufgenommen, gleichzeitig zerkleinert und anschließend kompostiert oder als Mulch genutzt werden.

Darf krankes Laub auf den Kompost?

Nicht pauschal. Manche Krankheitserreger und Schädlinge können auf einem normalen Hausgartenkompost überleben. Stark befallenes Material sollte deshalb entsprechend der jeweiligen Krankheit behandelt und gegebenenfalls über kommunale Bio- oder Grünabfallsysteme entsorgt werden.

Wann darf ich einen Laubhaufen wieder wegräumen?

Ein als Winterquartier angelegter Laub- und Reisighaufen sollte den gesamten Winter ungestört bleiben. Im Frühjahr wird zunächst beobachtet, ob er noch genutzt wird. Erst danach kann übrig gebliebenes Material vorsichtig als Mulch oder Kompostmaterial verwendet werden.

Fazit

Laub im Garten zu verwenden bedeutet, einen natürlichen Stoffkreislauf nicht unnötig zu unterbrechen.

Unter Hecken, zwischen Stauden und auf geeigneten Gemüsebeeten schützt Herbstlaub die Bodenoberfläche und wird schrittweise von Bodenorganismen verarbeitet. Auf dem Rasen, auf Wegen und auf der Teichoberfläche muss es dagegen entfernt werden.

Für größere Mengen bietet sich ein eigener Laubkorb an. Dort entsteht über ein bis zwei Jahre Laubmulm. Dieser unterscheidet sich bewusst von gewöhnlichem Mischkompost: Er entsteht überwiegend aus kohlenstoffreichem Blattmaterial, verrottet langsamer und eignet sich besonders als strukturverbesserndes organisches Material und als Bestandteil selbst gemischter Substrate.

Auch langsam verrottendes Walnuss-, Eichen- oder Kastanienlaub ist kein Abfall. Zerkleinern und Mischen erleichtert den Abbau. Bei krankem oder von bestimmten Schädlingen befallenem Laub ist dagegen gezielte Hygiene sinnvoll.

Ein Teil des Herbstlaubs darf schließlich überhaupt nicht kompostiert werden – zumindest vorerst. In einer geschützten Gartenecke wird ein Laub- und Reisighaufen zum Winterquartier für Igel, Insekten und andere Tiere und bleibt bis zum Frühjahr ungestört.

Damit erfüllt dasselbe Material mehrere Aufgaben: Es schützt Boden, unterstützt Humusbildung, liefert Mulch, wird zu Laubkompost und schafft Lebensraum. Die Biotonne bleibt für die Mengen übrig, die sich im Garten tatsächlich nicht sinnvoll verwenden lassen.

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Quellen und weiterführende Informationen

  • Umweltbundesamt – Hinweise zum Umgang mit Herbstlaub, Laubsaugern und Gartenabfällen
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Herbstlaub, Kompostierung und Verwendung als Mulch
  • NABU – Laubhaufen und andere Winterquartiere für Tiere
  • BUND – Naturgarten, Igel und Überwinterungsstrukturen
  • Bundesamt für Naturschutz – Hintergrundinformationen zu naturnahen Lebensräumen und Biodiversität

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