Rhabarber im Herbst pflanzen: Standort, Pflege und Ernte ohne Fehler
Rhabarber gehört zu den Pflanzen, die einen Garten über viele Jahre begleiten können. Einmal gut eingewachsen, verschwindet die Staude im Winter weitgehend aus dem Blickfeld und treibt – je nach Region und Witterungsverlauf – im folgenden Frühjahr wieder mit kräftigen Blättern und fleischigen Blattstielen aus.
Botanisch ist Rhabarber ein Gemüse, auch wenn seine säuerlichen Stiele meistens wie Obst verarbeitet werden. Wer Rhabarber pflanzen möchte, sollte deshalb vor allem langfristig denken: Ein tiefgründiger Boden, ausreichend Platz, eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine schonende Ernte sind wichtiger als kurzfristig besonders starkes Wachstum.
Auch bei der Verwendung gibt es klare Regeln. Gegessen werden die Blattstiele, nicht die Blätter. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Rhabarber Oxalsäure enthält und besonders die Blätter nicht verzehrt werden sollten. Die Stiele werden üblicherweise gekocht beziehungsweise verarbeitet und nicht roh gegessen.
Inhaltsverzeichnis
- Rhabarber im Überblick
- Pflanzzeit
- Standort und Boden
- Pflanzung
- Pflege
- Ernte
- Giftigkeit und Sicherheit
- Teilen und Verjüngen
- Rhabarber und Tiere
- Häufige Fehler
- Häufige Fragen
- Fazit
Rhabarber im Überblick
Rhabarber (Rheum rhabarbarum beziehungsweise Kulturformen von Rheum) ist eine ausdauernde Staude aus der Familie der Knöterichgewächse.
Die oberirdischen Pflanzenteile ziehen je nach Region und Verlauf der kalten Jahreszeit im Herbst beziehungsweise Winter ein. Der kräftige unterirdische Wurzelstock überdauert und bildet im folgenden Frühjahr neue Triebe.
Grün- und rotstielige Sorten
Im Garten werden verschiedene Sorten angebaut.
Grob lassen sie sich nach der Färbung ihrer Blattstiele unterscheiden. Es gibt grünstielige Sorten und Formen mit unterschiedlich intensiv roten Stielen.
Die Farbe allein sagt allerdings nicht alles über Geschmack, Ertrag oder Garteneignung aus. Wer eine Sorte auswählt, sollte zusätzlich auf Wuchsstärke und die Empfehlungen der anbietenden Gärtnerei achten.
Wie groß wird Rhabarber?
Eine ausgewachsene Pflanze benötigt erheblich mehr Platz, als ein kleiner Wurzelstock bei der Pflanzung vermuten lässt.
Je nach Sorte, Boden und Versorgung können die großen Blätter ungefähr einen Meter Höhe erreichen beziehungsweise einen entsprechend breiten Pflanzenhorst bilden. Die Blütenstände können deutlich darüber hinausragen.
Rhabarber sollte deshalb nicht zwischen kleine, dauerhaft dicht stehende Stauden gequetscht werden.
Pflanzzeit
Rhabarber kann grundsätzlich im Herbst oder im Frühjahr gepflanzt werden.
Welche Variante günstiger ist, hängt von Region, Boden und Witterung ab.
Herbstpflanzung
Als gärtnerische Faustregel eignet sich in vielen Regionen Deutschlands der Herbst, wenn der Boden noch ausreichend warm, frostfrei und gut bearbeitbar ist.
In milden Regionen kann das geeignete Pflanzfenster länger offen bleiben. In höheren Lagen oder Regionen mit früh einsetzendem Bodenfrost endet es entsprechend früher.
Ein starres Datum für ganz Deutschland wäre deshalb wenig sinnvoll.
Nach der Herbstpflanzung muss die Staude vor längeren Trockenperioden geschützt werden. Auch im Herbst ist ausreichende Bodenfeuchtigkeit für das Anwachsen wichtig.
Frühjahrspflanzung
Je nach Region kann Rhabarber ebenfalls im Frühjahr gepflanzt werden, sobald der Boden frostfrei und ausreichend abgetrocknet ist.
In milden Gebieten kann das vergleichsweise früh möglich sein, während schwere, kalte Böden in höheren oder niederschlagsreichen Regionen später bearbeitbar werden.
Auch hier entscheidet der tatsächliche Bodenzustand stärker als der Kalender.
Standort und Boden
Rhabarber entwickelt große Blätter und kräftige Stiele. Dafür braucht die Pflanze einen entsprechend leistungsfähigen Standort.
Geeignet sind sonnige bis halbschattige Plätze.
An sehr schattigen Standorten fällt der Wuchs meist schwächer aus. Gleichzeitig kann ein extrem heißer und trockener Platz problematisch werden, wenn keine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist.
Tiefgründige Erde
Der Boden sollte humos, nährstoffreich und tiefgründig sein.
Rhabarber bildet ein kräftiges Wurzelsystem und bleibt viele Jahre am selben Standort. Eine sorgfältige Bodenvorbereitung vor der Pflanzung lohnt sich deshalb.
Reifer Kompost kann in geeigneten Gartenböden zur Verbesserung des Humus- und Nährstoffangebots beitragen.
Staunässe vermeiden
So wichtig eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist: Dauerhaft vernässte Erde ist ungünstig.
Auf stark verdichteten Böden sollte vor der Pflanzung geprüft werden, ob Niederschlagswasser ausreichend versickern kann.
Eine einzelne Kiesschicht im Pflanzloch löst ein grundsätzliches Entwässerungsproblem nicht.
Pflanzung

Bildunterschrift: Der Wurzelstock wird so gesetzt, dass die Knospen knapp unter der Erdoberfläche liegen.
Vor dem Pflanzen wird der Boden großzügig gelockert.
Wurzelunkräuter sollten möglichst entfernt werden, denn nach dem Einwachsen lässt sich der Bereich direkt um den kräftigen Rhabarberhorst schwieriger bearbeiten.
Pflanzabstand
Als Faustregel ist etwa ein Meter Abstand zwischen kräftig wachsenden Rhabarberpflanzen sinnvoll.
Je nach Sorte kann mehr Platz erforderlich sein. Die Angaben der Gärtnerei zur konkreten Sorte haben deshalb Vorrang vor einer pauschalen Zentimeterangabe.
Wurzelstock einsetzen
Der Wurzelstock wird so in das vorbereitete Pflanzloch gesetzt, dass die Knospen knapp unter der Erdoberfläche liegen.
Zu tiefes Pflanzen ist ungünstig.
Die Wurzeln werden natürlich verteilt und anschließend mit lockerer Erde bedeckt. Der Boden wird vorsichtig angedrückt.
Danach wird gründlich angegossen beziehungsweise eingeschlämmt, damit Erde und Wurzeln guten Kontakt bekommen.
Bei einer regional möglichen Herbstpflanzung sollte anschließend kontrolliert werden, dass der Wurzelbereich weder austrocknet noch dauerhaft vernässt.
Pflege
Ein etablierter Rhabarber ist vergleichsweise unkompliziert, benötigt für kräftiges Wachstum aber ausreichend Wasser und Nährstoffe.
Mit Kompost versorgen
Rhabarber gehört zu den nährstoffbedürftigen Gemüsearten.
Reifer Gartenkompost kann zur Versorgung und zum Humusaufbau eingesetzt werden. Je nach Boden und regionalem Vegetationsbeginn wird er beispielsweise im Frühjahr rund um die Pflanze verteilt und oberflächlich eingearbeitet.
Wer selbst Kompost herstellen möchte, findet die Grundlagen im Einfache-Idee-Beitrag zum richtigen Anlegen eines Komposts.
Übermäßige Düngung ist jedoch nicht automatisch besser. Bei Unsicherheit über die Nährstoffversorgung kann eine Bodenanalyse sinnvoller sein als wiederholtes Düngen auf Verdacht.
Gleichmäßig gießen
Besonders während des kräftigen Wachstums braucht Rhabarber ausreichend Wasser.
Wie häufig gegossen werden muss, hängt von Region, Bodenart, Niederschlag und Temperatur ab.
Auf leichten Böden trocknet der Wurzelraum schneller aus als auf schweren, humosen Böden.
Blütenstände entfernen
Rhabarber kann je nach Sorte, Alter und regionalem Witterungsverlauf Blütenstände entwickeln.
Wer vor allem kräftige Blattstiele ernten möchte, entfernt die Blütenstände häufig frühzeitig.
Sie werden möglichst tief ausgebrochen beziehungsweise sauber entfernt, ohne den Pflanzenhorst unnötig zu verletzen.
Mulchen
Eine lockere organische Mulchschicht kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und unerwünschten Bewuchs zu unterdrücken.
Das Material sollte nicht in dicken, dauerhaft nassen Schichten unmittelbar auf der Pflanzenkrone liegen.
Ernte
Bei neu gepflanztem Rhabarber lohnt sich Geduld.
Als Faustregel wird im ersten Standjahr nicht beziehungsweise kaum geerntet. Ab dem zweiten Jahr kann je nach Entwicklung der Pflanze vorsichtig mit der Ernte begonnen werden.
Eine kräftige, etablierte Pflanze verträgt mehr Entnahme als ein schwacher junger Horst.
Ziehen statt schneiden
Erntereife Blattstiele werden traditionell nicht direkt über dem Boden abgeschnitten.
Stattdessen fasst man einen kräftigen Stiel möglichst weit unten an und zieht beziehungsweise dreht ihn vorsichtig aus der Pflanzenbasis heraus.
Danach wird das Blatt entfernt.
Dabei niemals sämtliche Stiele einer Pflanze gleichzeitig ernten. Ein ausreichender Blattbestand muss erhalten bleiben, damit die Pflanze weiter Photosynthese betreiben und Reserven aufbauen kann.
Wann endet die Rhabarberernte?
Eine weit verbreitete Garten-Faustregel lautet: Die Ernte endet ungefähr um den Johannistag am 24. Juni.
Das ist kein biologisch sekundengenauer Stichtag.
Je nach Region, Vegetationsbeginn, Sorte und Witterungsverlauf kann die Entwicklung etwas früher oder später verlaufen.
Die traditionelle Begrenzung hat vor allem einen praktischen Grund: Die Pflanze erhält anschließend ausreichend Zeit, über ihre verbliebenen Blätter Reserven für das kommende Jahr aufzubauen.
Gleichzeitig verändert sich im Jahresverlauf die Zusammensetzung der Stiele, unter anderem hinsichtlich ihres Oxalsäuregehalts.
Deshalb ist es sinnvoll, die traditionelle Johannisregel als Orientierung zu verwenden, anstatt bis in den Spätsommer immer weiter zu ernten.
Giftigkeit und Sicherheit
Rhabarber ist ein Lebensmittel – aber nicht jeder Teil der Pflanze ist zum Essen geeignet.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist im Zusammenhang mit Oxalsäure darauf hin, dass bestimmte pflanzliche Lebensmittel unterschiedliche Mengen davon enthalten können. Rhabarber gehört zu den bekannten oxalsäurehaltigen Lebensmitteln.
Blätter nicht essen
Die großen Blattspreiten des Rhabarbers sind nicht für den Verzehr bestimmt.
Sie enthalten deutlich mehr Oxalsäure und weitere Pflanzenstoffe als die üblicherweise verwendeten Blattstiele und sollten nicht als Gemüse verarbeitet werden.
Beim Ernten wird deshalb das Blatt vom Stiel getrennt und nicht gegessen.
Das ist kein Grund, vor einer normalen Rhabarberpflanze im Garten Angst zu haben. Entscheidend ist schlicht, die essbaren und nicht essbaren Pflanzenteile auseinanderzuhalten.
Stiele erhitzen
Für den Verzehr werden Rhabarberstiele üblicherweise geschält beziehungsweise vorbereitet und anschließend gekocht oder anderweitig erhitzt.
Das Kochwasser kann je nach Zubereitungsart verworfen werden.
Roher Rhabarber sollte nicht als Snack in größeren Mengen gegessen werden. Besonders Menschen, bei denen medizinische Gründe für eine oxalatarme Ernährung bestehen, sollten individuelle Ernährungsempfehlungen mit einer geeigneten Fachperson besprechen.
Rhabarber muss also weder dramatisiert noch verharmlost werden: Die Blattstiele sind ein traditionelles Lebensmittel, die Blätter gehören nicht auf den Teller.
Teilen und Verjüngen
Ältere Rhabarberpflanzen können geteilt werden.
Das dient sowohl der Vermehrung als auch dazu, große ältere Horste zu erneuern beziehungsweise an einen anderen Standort zu setzen.
Als gärtnerische Faustregel bietet sich je nach Region ein Zeitpunkt im Herbst an, wenn die oberirdischen Pflanzenteile einziehen und der Boden noch frostfrei und bearbeitbar ist.
In Regionen mit frühem Bodenfrost muss entsprechend früher gearbeitet werden.
Nicht nach einem starren Kalender teilen
Eine pauschale Regel wie „alle fünf Jahre teilen“ ist nicht notwendig.
Entscheidend sind Größe, Vitalität und Platzbedarf der Pflanze.
Ein gesunder Rhabarber kann viele Jahre am gleichen Standort wachsen.
Beim Teilen werden kräftige Wurzelstücke mit gut entwickelten Knospen verwendet. Die Teilstücke werden anschließend ähnlich wie neue Pflanzen eingesetzt und gründlich angegossen.
Die allgemeinen Prinzipien der Staudenteilung sind im Einfache-Idee-Beitrag über das Teilen von Stauden im Herbst ausführlicher erklärt.
Rhabarber und Tiere
Die großen Rhabarberblätter schaffen schattige, feuchte Bereiche direkt über dem Boden.
Dort können sich verschiedene kleine Tiere aufhalten.
Schnecken kontrollieren
Junge Austriebe können von Schnecken angefressen werden.
Besonders bei regional feuchter Frühjahrswitterung lohnt sich deshalb eine regelmäßige Kontrolle.
Einzelne Fraßstellen sind bei einer kräftigen Pflanze normalerweise kein Grund für drastische Maßnahmen.
Insekten und Blüten
Wird ein Blütenstand nicht entfernt, kann er von Insekten besucht werden.
Das kann in einem naturnahen Garten interessant sein. Wer gleichzeitig möglichst kräftige Stiele ernten möchte, muss abwägen, ob einzelne Blütenstände stehen bleiben oder entfernt werden.
Blätter als Mulch?
Abgeschnittene gesunde Rhabarberblätter werden gelegentlich als Mulchmaterial im Garten verwendet.
Dabei sollte man keine besonderen Pflanzenschutzwirkungen versprechen.
Gesundes Pflanzenmaterial kann grundsätzlich organisch verrotten. Krankes oder stark befallenes Material sollte jedoch nicht einfach direkt unter empfindlichen Kulturen verteilt werden.
Und unabhängig von der Verwendung im Garten gilt: Rhabarberblätter sind kein Lebensmittel.
Häufige Fehler
Zu tief pflanzen
Die Knospen des Wurzelstocks gehören nur knapp unter die Bodenoberfläche.
Zu wenig Platz lassen
Ein kleiner Wurzelstock entwickelt sich mit der Zeit zu einer großen Staude.
Im ersten Jahr stark ernten
Junge Pflanzen brauchen ihre Blätter zum Aufbau des Wurzelsystems und ihrer Reserven.
Sämtliche Stiele entfernen
Auch bei etablierten Pflanzen bleibt immer ausreichend Blattmasse stehen.
Bis weit in den Sommer ernten
Die Johannisregel um Ende Juni ist eine sinnvolle traditionelle Orientierung, damit die Pflanze anschließend Reserven aufbauen kann. Der genaue Entwicklungsstand bleibt regional unterschiedlich.
Die Blätter essen
Verzehrt werden die Blattstiele. Die Blattspreiten gehören nicht in die Küche.
Staunässe mit viel Gießen verwechseln
Rhabarber braucht Feuchtigkeit, aber keinen dauerhaft wassergesättigten Boden.
Häufige Fragen
Wann sollte man Rhabarber pflanzen?
Als Faustregel im Herbst oder Frühjahr. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Region und Witterung ab. Der Boden sollte frostfrei, nicht vernässt und gut bearbeitbar sein.
Kann Rhabarber im Halbschatten wachsen?
Ja. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet. Bei stärkerer Beschattung kann das Wachstum schwächer ausfallen.
Wann darf man neu gepflanzten Rhabarber ernten?
Als Faustregel wird im ersten Standjahr auf eine reguläre Ernte verzichtet. Ab dem zweiten Jahr kann je nach regionaler Entwicklung und Pflanzenstärke vorsichtig geerntet werden.
Warum soll man nach Johannis keinen Rhabarber mehr ernten?
Das traditionelle Ernteende um den 24. Juni ist eine verbreitete Garten-Faustregel. Es gibt der Pflanze Zeit, über ihre Blätter Reserven für das nächste Jahr aufzubauen. Region, Witterung und Pflanzenentwicklung können den tatsächlichen Vegetationsverlauf etwas verschieben.
Kann man Rhabarberblätter essen?
Nein. Die Blattspreiten sind nicht zum Verzehr geeignet. Für die Küche werden die Blattstiele verwendet.
Kann man Rhabarber roh essen?
Rhabarberstiele werden üblicherweise gekocht oder anderweitig erhitzt. Wegen ihres Oxalsäuregehalts sollten sie nicht in größeren Mengen roh gegessen werden.
Muss Rhabarber regelmäßig geteilt werden?
Nein. Eine kräftige Pflanze kann viele Jahre am gleichen Standort bleiben. Teilen ist sinnvoll, wenn ein großer Horst vermehrt, umgesetzt oder bei nachlassender Vitalität verjüngt werden soll.
Fazit
Wer Rhabarber pflanzen möchte, legt keine einjährige Kultur an, sondern schafft einen Standort für eine langlebige Staude.
Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit humosem, tiefgründigem und ausreichend feuchtem Boden bietet gute Voraussetzungen. Dauerhafte Staunässe sollte vermieden werden.
Je nach Region kann im Herbst oder Frühjahr gepflanzt werden. Statt eines deutschlandweit festen Datums entscheidet der Bodenzustand: Er muss frostfrei und bearbeitbar sein.
Der Wurzelstock wird so eingesetzt, dass seine Knospen knapp unter der Erdoberfläche liegen. Anschließend wird gründlich angegossen.
Im ersten Standjahr steht das Anwachsen im Vordergrund. Ab dem zweiten Jahr kann je nach Entwicklung vorsichtig geerntet werden. Die Stiele werden dabei aus der Pflanzenbasis gezogen, während immer ausreichend Blattmasse stehen bleibt.
Als traditionelles Ende der Ernte gilt ungefähr Johannis am 24. Juni. Diese Regel ist eine praktische Orientierung und kein biologisch starres Datum. Je nach Region kann die Pflanzenentwicklung etwas früher oder später verlaufen.
Bei der Verwendung in der Küche gilt eine klare Grenze: Die Blattspreiten werden nicht gegessen. Verwendet werden die Stiele, die üblicherweise gekocht oder anderweitig erhitzt werden. Damit lässt sich Rhabarber sicher und ohne unnötige Dramatisierung als klassisches Gartengemüse nutzen.
Wer der Pflanze ausreichend Platz gibt, sie während trockener regionaler Witterungsphasen mit Wasser versorgt und bei der Ernte nicht überfordert, kann viele Jahre Freude an demselben Rhabarberhorst haben.