Was Fledermäuse fressen: 8 Beutetiere der Sommernacht im Überblick
Wenn die Sonne hinter den Häusern verschwindet und die ersten Sterne sichtbar werden, beginnt für viele heimische Fledermäuse die wichtigste Zeit des Tages. Lautlos huschen sie entlang von Hecken, über Gartenteiche und zwischen Baumkronen. Dabei verfolgen sie ein Ziel: genügend Nahrung für die Nacht zu finden.
Viele Menschen verbinden Fledermäuse vor allem mit Stechmücken. Tatsächlich ist ihr Speiseplan wesentlich vielfältiger. Nachtfalter, kleine Fliegen, Käfer und zahlreiche andere Insekten gehören zu den Beutetieren, die unterschiedliche Fledermausarten während ihrer nächtlichen Jagd erbeuten.
Besonders interessant ist die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus). Sie gehört zu den kleinsten heimischen Fledermausarten und ist häufig in Siedlungen, Parks und Gärten anzutreffen. Trotz ihrer geringen Körpergröße ist sie eine geschickte Jägerin, die bevorzugt kleine Fluginsekten erbeutet.
Welche Insekten tatsächlich auf dem Speiseplan stehen, hängt von der Fledermausart, dem Lebensraum, der Jahreszeit und dem verfügbaren Nahrungsangebot ab.
Ein genauer Blick auf acht Beutegruppen zeigt, wie eng das Leben unserer Fledermäuse mit einer vielfältigen Insektenwelt verbunden ist.
Warum heimische Fledermäuse auf Insekten angewiesen sind
In Deutschland kommen ausschließlich Fledermausarten vor, die sich von Gliederfüßern ernähren. Den größten Teil ihrer Nahrung bilden Insekten. Einige Arten erbeuten zusätzlich Spinnen.
Die Tiere nutzen unterschiedliche Jagdstrategien. Während Zwergfledermäuse häufig kleine Fluginsekten im freien Luftraum oder entlang von Vegetationsstrukturen fangen, können Braune Langohren Beutetiere auch direkt von Blättern und anderen Oberflächen aufnehmen.
Viele Arten orientieren sich mithilfe der Echoortung. Sie senden hochfrequente Rufe aus und erkennen anhand der zurückkehrenden Echos Hindernisse und potenzielle Beutetiere.
Dabei besitzt nicht jede Fledermausart denselben Speiseplan.
Die Zwergfledermaus jagt bevorzugt kleine Zweiflügler, darunter verschiedene Mücken und Fliegen. Der Große Abendsegler erbeutet dagegen ein breiteres Spektrum fliegender Insekten, zu dem auch größere Käfer gehören können.
Diese Unterschiede ermöglichen es mehreren Fledermausarten, denselben Lebensraum auf unterschiedliche Weise zu nutzen.
8 typische Beutegruppen heimischer Fledermäuse
1. Zuckmücken – winzige Insekten in großen Schwärmen
Zuckmücken aus der Familie der Chironomidae gehören zu den besonders interessanten Beutetieren kleiner Fledermausarten.
Sie ähneln äußerlich Stechmücken, besitzen jedoch keinen Stechrüssel und saugen kein menschliches Blut.
Ihre Larven entwickeln sich überwiegend im Wasser oder in feuchten Sedimenten. Deshalb treten erwachsene Zuckmücken häufig in der Nähe von Teichen, Seen, Flüssen und anderen Gewässern auf.
An warmen Sommerabenden können sie große Schwärme bilden.
Für die Zwergfledermaus sind solche Ansammlungen kleiner Fluginsekten eine günstige Nahrungsquelle. Untersuchungen ihrer Ernährung belegen, dass Zweiflügler, darunter Zuckmücken, eine wichtige Rolle spielen.
Auch Wasserfledermäuse nutzen das Insektenangebot über Gewässern.
Bedeutung für den Garten: Ein naturnaher Gartenteich kann die Entwicklung wassergebundener Insekten fördern und dadurch das Nahrungsangebot für Fledermäuse erweitern.
2. Nachtfalter – energiereiche Beute der Dunkelheit
Nachtfalter gehören zu den bekanntesten Beutetieren zahlreicher Fledermausarten.
Viele Falter werden erst in der Dämmerung oder während der Nacht aktiv. Sie besuchen Blüten, suchen Partner oder bewegen sich zwischen geeigneten Lebensräumen.
Besonders größere Fledermausarten können Nachtfalter regelmäßig erbeuten.
Die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) nutzt beispielsweise verschiedene größere Fluginsekten als Nahrung. Auch das Braune Langohr (Plecotus auritus) ist für seine Fähigkeit bekannt, Nachtfalter zu erbeuten.
Interessanterweise besitzen manche Nachtfalter Hörorgane, mit denen sie die Ultraschallrufe jagender Fledermäuse wahrnehmen können.
Einige reagieren darauf mit plötzlichen Flugmanövern, um einem Angriff zu entkommen.
Damit sind Fledermäuse und Nachtfalter Teil einer langen evolutionären Wechselbeziehung zwischen Jägern und Beutetieren.
Bedeutung für den Garten: Heimische Blütenpflanzen, abwechslungsreiche Vegetation und der Verzicht auf unnötige Außenbeleuchtung unterstützen nachtaktive Falter.
3. Köcherfliegen – wichtige Nahrung in Gewässernähe
Köcherfliegen gehören zur Ordnung Trichoptera und sind eng mit aquatischen Lebensräumen verbunden.
Ihre Larven leben überwiegend in Bächen, Flüssen, Seen und Teichen. Viele Arten bauen schützende Köcher aus Sandkörnern, Pflanzenmaterial oder kleinen Steinchen.
Nach ihrer Entwicklung verlassen die erwachsenen Tiere das Wasser.
Besonders während der warmen Jahreszeit können Köcherfliegen in größerer Zahl über Gewässern und an deren Ufern auftreten.
Für Fledermäuse, die regelmäßig über Wasserflächen jagen, stellen sie eine mögliche Nahrungsquelle dar.
Die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) jagt häufig dicht über der Wasseroberfläche. Neben verschiedenen Zweiflüglern können auch Köcherfliegen zu ihrem Beutespektrum gehören.
Bedeutung für den Garten: Naturnahe Gewässer mit abwechslungsreichen Uferbereichen bieten Lebensräume für zahlreiche Insektenarten und verbessern damit die Nahrungsgrundlage wasserjagender Fledermäuse.

4. Eintagsfliegen – kurzlebige Beute über dem Wasser
Eintagsfliegen gehören zur Ordnung Ephemeroptera.
Obwohl ihr Name auf eine sehr kurze Lebensdauer hinweist, verbringen viele Arten einen erheblichen Teil ihres Lebens als Larven im Wasser.
Erst im letzten Entwicklungsabschnitt erscheinen die geflügelten Tiere.
Bei manchen Arten kommt es zu auffälligen Schlupfereignissen, bei denen zahlreiche erwachsene Eintagsfliegen innerhalb kurzer Zeit auftreten.
Solche Ereignisse können für insektenfressende Tiere ein vorübergehend reiches Nahrungsangebot schaffen.
Auch Fledermäuse können Eintagsfliegen erbeuten, insbesondere Arten, die regelmäßig in Gewässernähe jagen.
Die Bedeutung dieser Beute hängt jedoch stark von der örtlichen Artenzusammensetzung und dem Zeitpunkt des Insektenschlupfs ab.
Bedeutung für den Garten: Saubere, strukturreiche Gewässer fördern aquatische Insekten. Besonders naturnahe Uferbereiche tragen zur Vielfalt bei.
5. Schnaken – langbeinige Insekten als gelegentliche Beute
Schnaken gehören zur Familie Tipulidae und werden aufgrund ihres Aussehens häufig mit besonders großen Stechmücken verwechselt.
Die erwachsenen Tiere besitzen lange Beine und einen meist schlanken Körper.
Anders als Stechmücken stechen sie Menschen nicht.
Ihre Larven leben je nach Art in feuchten Böden, Pflanzenmaterial oder anderen geeigneten Lebensräumen.
Erwachsene Schnaken sind häufig während der Dämmerung aktiv und können dadurch in das Jagdspektrum verschiedener Fledermäuse gelangen.
Aufgrund ihrer Körpergröße kommen sie eher für Fledermausarten infrage, die auch größere Fluginsekten erbeuten.
Allerdings ist ihre Bedeutung als Nahrung nicht für jede heimische Fledermausart gleich gut dokumentiert.
Schnaken sollten deshalb als mögliche, nicht als universell wichtige Beute betrachtet werden.
Bedeutung für den Garten: Feuchte Bodenbereiche, naturnahe Wiesen und vielfältige Vegetation können geeignete Lebensräume für verschiedene Schnakenarten bieten.
6. Käfer – besonders für größere Fledermäuse interessant
Käfer gehören zur artenreichsten Insektengruppe der Welt.
Auch in Deutschland leben zahlreiche Arten, die sich hinsichtlich Körpergröße, Lebensweise und Aktivitätszeit deutlich unterscheiden.
Einige Käfer fliegen vor allem in der Dämmerung oder während der Nacht.
Für größere Fledermausarten können sie eine bedeutende Nahrungsquelle darstellen.
Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) erbeutet neben anderen Fluginsekten auch Käfer. Die Breitflügelfledermaus nutzt ebenfalls verschiedene größere Insekten, darunter Käfer.
Eine besonders interessante Jagdstrategie zeigt das Große Mausohr (Myotis myotis).
Es kann bodenlebende Laufkäfer erbeuten, indem es sie anhand ihrer Bewegungsgeräusche aufspürt und vom Boden aufnimmt.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Fledermäuse nicht ausschließlich fliegende Beute fangen.
Bedeutung für den Garten: Laubbereiche, strukturreiche Beete, heimische Pflanzen und ungestörte Bodenflächen bieten zahlreichen Käfern Lebensraum.
7. Florfliegen – zarte Netzflügler auf dem Speiseplan
Florfliegen gehören zur Ordnung Neuroptera.
Besonders bekannt sind die grünen Florfliegen mit ihren durchsichtigen, fein geäderten Flügeln.
Viele Florfliegenarten sind während der Dämmerung oder nachts aktiv.
Ihre Larven ernähren sich bei zahlreichen Arten räuberisch von kleinen Insekten, darunter Blattläusen. Deshalb gelten Florfliegen im Garten als wertvolle Nützlinge.
Erwachsene Florfliegen können grundsätzlich von insektenfressenden Fledermäusen erbeutet werden.
Allerdings ist ihre Bedeutung als regelmäßige Nahrung bei heimischen Fledermausarten weniger umfassend dokumentiert als beispielsweise die von Zweiflüglern oder Nachtfaltern.
Sie sind daher eher als Bestandteil des möglichen Beutespektrums einzuordnen.
Bedeutung für den Garten: Blütenreiche Pflanzenbestände und ein geringer Pestizideinsatz unterstützen Florfliegen und andere Insekten.
8. Stechmücken – bekannte, aber nicht allein entscheidende Beute
Stechmücken aus der Familie Culicidae gehören tatsächlich zum Nahrungsspektrum verschiedener Fledermausarten.
Besonders kleine Fledermäuse können diese winzigen Fluginsekten erbeuten.
Dazu zählt auch die Zwergfledermaus.
Ihre Ernährung besteht jedoch nicht ausschließlich aus Stechmücken, sondern umfasst zahlreiche weitere kleine Zweiflügler.
Wie viele Stechmücken tatsächlich gefressen werden, hängt unter anderem vom Lebensraum, der Jahreszeit und der Verfügbarkeit anderer Insekten ab.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Stechmücken und anderen mückenähnlichen Insekten.
Nicht jedes kleine Insekt, das von einer Fledermaus gefangen wird, ist eine blutsaugende Stechmücke.
Bedeutung für den Garten: Fledermäuse tragen zur natürlichen Nutzung von Insektenpopulationen bei. Sie ersetzen jedoch keine gezielten Maßnahmen zur Vermeidung problematischer Stechmückenbrutplätze.
Mythos: Fledermäuse fressen hauptsächlich Stechmücken
Die Vorstellung, Fledermäuse würden sich überwiegend von Stechmücken ernähren, ist weit verbreitet.
Sie enthält einen wahren Kern, führt jedoch leicht zu falschen Erwartungen.
Fledermäuse können tatsächlich große Mengen kleiner Insekten erbeuten. Häufig genannte Zahlen von mehreren Hundert oder Tausend Mücken pro Nacht beschreiben allerdings meist mögliche Mengen oder rechnerische Beispiele.
Sie bedeuten nicht, dass jede Fledermaus regelmäßig so viele blutsaugende Stechmücken frisst.
Der Landesfachausschuss Fledermausschutz NRW erläutert beispielsweise anhand des Körpergewichts einer Zwergfledermaus, wie viele sehr kleine Insekten theoretisch aufgenommen werden könnten. Eine solche Berechnung ist jedoch kein direkter Nachweis der tatsächlich gefressenen Stechmücken. Fledermausschutz NRW
Zuckmücken sind nicht gleich Stechmücken
Ein wesentlicher Grund für Missverständnisse liegt in der Bezeichnung „Mücken“.
Darunter werden umgangssprachlich verschiedene Insektengruppen zusammengefasst.
Zuckmücken sind beispielsweise häufige Beutetiere kleiner Fledermäuse, stechen aber keine Menschen.
Die Zwergfledermaus ernährt sich nach Angaben des Bat Conservation Trust hauptsächlich von kleinen Fliegen sowie wassergebundenen Mückenarten, darunter Zuckmücken und Stechmücken. Bat Conservation Trust
Fazit: Fledermäuse fressen Stechmücken, sind aber keine spezialisierten Stechmückenvernichter. Ihr ökologischer Wert liegt vor allem darin, dass sie zahlreiche unterschiedliche Insekten nutzen und Teil natürlicher Nahrungsnetze sind.
Fledermäuse im Garten fördern: So entsteht mehr natürliche Nahrung
Wer Fledermäusen helfen möchte, sollte nicht versuchen, möglichst viele einzelne Beutetiere anzulocken.
Entscheidend ist ein Garten, der vielen heimischen Insektenarten geeignete Lebensbedingungen bietet.
Einen naturnahen Gartenteich anlegen
Ein Gartenteich kann besonders wertvoll sein, weil zahlreiche Insekten ihre Larvenentwicklung im Wasser durchlaufen.
Dazu gehören Zuckmücken, Köcherfliegen und Eintagsfliegen.
Ein geeigneter Teich besitzt unterschiedliche Wassertiefen, flache Uferbereiche und heimische Wasserpflanzen.
Ein Teil der Wasseroberfläche sollte frei bleiben, damit Fledermäuse im Flug trinken können.
Auf Fischbesatz sollte bei kleinen Naturteichen möglichst verzichtet werden, da Fische zahlreiche Wasserinsekten und deren Larven fressen können.
Wichtig sind außerdem eine gute Wasserqualität und eine naturnahe Gestaltung ohne chemische Insektenbekämpfung.
Das BUND-Fledermauszentrum Hannover beschreibt Gartenteiche ausdrücklich als wertvolle Lebensräume für Insekten und damit als wichtige Nahrungsgebiete für Fledermäuse. Bund Fledermauszentrum Hannover
Nachtblühende Pflanzen integrieren
Viele Nachtfalter besuchen Blüten, die abends oder nachts Nektar anbieten.
Geeignete Pflanzen sind beispielsweise:
- Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)
- Echtes Seifenkraut (Saponaria officinalis)
- Weiße Lichtnelke (Silene latifolia)
- Nickendes Leimkraut (Silene nutans)
- Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum)
Dabei sollten Standortbedingungen und regionale Herkunft berücksichtigt werden.
Nachtblüher allein reichen jedoch nicht aus.
Viele Nachtfalter benötigen bestimmte Pflanzen, von denen sich ihre Raupen ernähren. Deshalb sind heimische Gehölze, Wildstauden und möglichst vielfältige Pflanzenbestände ebenso wichtig.
Künstliches Licht reduzieren
Nächtliche Gartenbeleuchtung kann Insekten und Fledermäuse beeinträchtigen.
Manche Fledermausarten jagen zwar an beleuchteten Stellen, weil sich dort Insekten sammeln.
Andere Arten meiden hell erleuchtete Bereiche.
Dauerhafte Beleuchtung kann außerdem die Orientierung, Fortpflanzung und Aktivität nachtaktiver Insekten stören.
Deshalb empfiehlt es sich, unnötige Außenbeleuchtung abzuschalten.
Wo Licht erforderlich ist, sollten abgeschirmte, nach unten gerichtete Leuchten mit möglichst geringer Helligkeit eingesetzt werden.
Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren helfen zusätzlich, die Beleuchtungsdauer zu begrenzen.
Besonders wichtig ist es, bekannte Fledermausquartiere und deren Einflugöffnungen dunkel zu halten.
Wildere Gartenbereiche zulassen
Ein vollständig aufgeräumter Garten bietet vielen Insekten nur wenige Rückzugsmöglichkeiten.
Dagegen schaffen Laubbereiche, heimische Hecken, Wildblumenwiesen und ungestörte Staudenbestände unterschiedliche Lebensräume.
Auch abgestorbene Pflanzenstängel können überwinternden Insekten Schutz bieten.
Wer einen Teil seines Gartens weniger intensiv pflegt und auf Insektizide verzichtet, verbessert langfristig die Bedingungen für zahlreiche Beutetiere.
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz empfiehlt deshalb abwechslungsreiche, blütenreiche und möglichst dunkle Gärten als Grundlage für wirksamen Fledermausschutz. Niedersachsen Water Management
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Was frisst eine Zwergfledermaus am liebsten?
Die Zwergfledermaus ernährt sich überwiegend von kleinen Fluginsekten. Besonders wichtig sind verschiedene Zweiflügler, darunter kleine Fliegen und Zuckmücken. Auch Stechmücken können erbeutet werden. Welche Insekten tatsächlich dominieren, hängt vom jeweiligen Lebensraum und vom jahreszeitlichen Angebot ab.
2. Fressen Fledermäuse auch tagsüber Insekten?
Die meisten heimischen Fledermäuse jagen überwiegend während der Dämmerung und nachts. Einzelne Tiere können unter bestimmten Bedingungen auch bei Tageslicht aktiv sein. Das ist jedoch nicht ihr typisches Jagdverhalten. Während des Tages ruhen sie normalerweise in geschützten Quartieren.
3. Helfen Fledermäuse gegen Stechmücken im Garten?
Fledermäuse können Stechmücken fressen und gehören zu ihren natürlichen Fressfeinden. Allerdings nutzen sie viele weitere Insektenarten. Ihre Anwesenheit garantiert deshalb keine spürbare Verringerung der Stechmückenpopulation. Sinnvoller ist es, Fledermäuse als Teil eines vielfältigen, funktionierenden Ökosystems zu fördern.
Fazit: Eine Sommernacht voller unterschiedlicher Beutetiere
Wer an einem warmen Sommerabend eine Fledermaus über dem Garten beobachtet, sieht nur einen kleinen Ausschnitt eines komplexen natürlichen Nahrungsnetzes.
Zuckmücken, Nachtfalter, Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Schnaken, Käfer, Florfliegen und Stechmücken gehören zum möglichen Beutespektrum heimischer Fledermäuse. Ihre jeweilige Bedeutung unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen den Arten.
Die Zwergfledermaus ist vor allem auf kleine Fluginsekten spezialisiert, während größere Arten auch kräftigere Beute ergreifen können.
Für den Schutz dieser faszinierenden Säugetiere ist deshalb nicht eine einzelne Insektenart entscheidend, sondern die gesamte Vielfalt geeigneter Lebensräume.
Ein naturnaher Teich, heimische Blütenpflanzen, ungestörte Gartenbereiche und weniger künstliches Licht können dazu beitragen, dass auch künftig zahlreiche Insekten durch unsere Sommernächte fliegen.
Und wo genügend geeignete Beute vorhanden ist, finden Fledermäuse bessere Bedingungen für ihre nächtliche Jagd.
Quellen und weiterführende Informationen
Die folgenden fünf Quellen stammen von Naturschutzorganisationen beziehungsweise einer öffentlichen Naturschutzfachbehörde. Sie dokumentieren die Ernährung heimischer Fledermäuse, artspezifische Unterschiede und Maßnahmen zur Förderung geeigneter Lebensräume.
1. NABU – Fledermäuse in der Stadt (BatCities)
Informationsbroschüre über heimische Fledermäuse, ihre Quartiere, Jagdgebiete und Nahrung. Behandelt unter anderem Zwergfledermaus, Breitflügelfledermaus und Abendsegler.
2. Landesfachausschuss Fledermausschutz NRW – Nahrung und ökologische Bedeutung
Fachinformationen über Beutetiere, unterschiedliche Jagdstrategien und die ökologische Bedeutung insektenfressender Fledermäuse.
3. Bat Conservation Trust – Common Pipistrelle
Artenprofil der Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) mit Angaben zur Ernährung, Verbreitung und Lebensweise. Besonders relevant für die Einordnung kleiner Fliegen, Zuckmücken und Stechmücken als Nahrung.
4. BUND-Fledermauszentrum Hannover – Gartenteich für Fledermäuse
Praxisorientierte Informationen zur Bedeutung naturnaher Gewässer für Wasserinsekten und jagende Fledermäuse.
5. NLWKN Niedersachsen – Was kann ich tun?
Empfehlungen einer staatlichen Naturschutzfachbehörde zur Gestaltung fledermausfreundlicher Gärten, einschließlich geeigneter Pflanzen, Gartenteiche, Pestizidverzicht und reduzierter Beleuchtung.
Redaktioneller Hinweis: Die acht vorgestellten Gruppen sind keine Rangliste der häufigsten Beutetiere. Insbesondere Florfliegen und Schnaken sind nicht für alle genannten Fledermausarten als regelmäßig bedeutende Nahrung belegt. Die Darstellung unterscheidet daher zwischen gut dokumentierten Nahrungsschwerpunkten und möglichen beziehungsweise gelegentlichen Beutetieren.