Zugvögel und ihre Ziele: Wohin fliegen unsere heimischen Arten?

Jedes Jahr im Herbst beginnt über Deutschland eine der beeindruckendsten Wanderbewegungen der Natur. Millionen Vögel verlassen ihre Brutgebiete und ziehen in Regionen, in denen sie während der kalten Jahreszeit bessere Lebensbedingungen finden. Manche erreichen bereits nach wenigen Hundert Kilometern ihr Winterquartier. Andere überqueren Gebirge, das Mittelmeer und sogar die Sahara.

Besonders faszinierend ist, dass die verschiedenen Vogelarten keineswegs dieselben Ziele ansteuern. Während viele Kraniche in Spanien oder Frankreich überwintern, verbringen Rauchschwalben die kalte Jahreszeit südlich der Sahara. Weißstörche nutzen unterschiedliche Zugrouten, und Turteltauben erreichen die afrikanische Sahelzone.

Der Vogelzug ist dabei kein einfacher Flug von einem festen Ausgangspunkt zu einem einzigen Ziel. Rastplätze, Windverhältnisse, Nahrungsangebot und geografische Hindernisse bestimmen den Verlauf der Reise. Moderne Forschungsmethoden wie Satellitentelemetrie und Vogelberingung machen diese Wanderungen zunehmend nachvollziehbar.

Dieser Ratgeber stellt fünf heimische Zugvogelarten und ihre wissenschaftlich dokumentierten Winterquartiere vor. Er erklärt typische Zugrouten, belegte Entfernungen und die Möglichkeiten, den Vogelzug im Herbst respektvoll zu beobachten.

Weshalb heimische Vögel im Herbst fortziehen

Viele Zugvögel verlassen Deutschland nicht unmittelbar wegen niedriger Temperaturen, sondern weil sich ihre Nahrungsgrundlage im Jahresverlauf verändert.

Insektenfressende Arten finden während des Winters deutlich weniger Nahrung. Rauchschwalben beispielsweise ernähren sich überwiegend von fliegenden Insekten. Sobald diese im Herbst seltener werden, ziehen die Vögel in wärmere Regionen.

Andere Arten können flexibler reagieren. Kraniche nutzen Getreidekörner, Pflanzenmaterial und tierische Nahrung. Deshalb hängt ihr Zugverhalten stärker von den örtlichen Bedingungen ab.

Ornithologen unterscheiden drei grundlegende Zugtypen:

  • Kurzstreckenzieher: Sie verbringen den Winter häufig in West- oder Südeuropa.
  • Langstreckenzieher: Sie erreichen entfernte Wintergebiete, beispielsweise südlich der Sahara.
  • Teilzieher: Nur ein Teil der Population verlässt das Brutgebiet, während andere Individuen bleiben.

Die Übergänge sind fließend. Selbst innerhalb einer Art können sich Zugrouten und Überwinterungsorte erheblich unterscheiden.

NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Fünf heimische Zugvögel und ihre Winterquartiere

1. Weißstorch – auf zwei großen Zugwegen nach Süden

Wissenschaftlicher Name: Ciconia ciconia

Winterquartiere des Weißstorchs

Der Weißstorch gehört zu den bekanntesten Zugvögeln Deutschlands. Seine Wintergebiete reichen von Südwesteuropa bis in verschiedene Regionen Afrikas.

Ein Teil der westziehenden Weißstörche überwintert mittlerweile in Spanien, Frankreich oder Nordafrika. Andere erreichen Westafrika. Östlich ziehende Populationen nutzen dagegen Wintergebiete im nordöstlichen und östlichen Afrika sowie weiter südlich.

Die Winterziele sind durch Ringfunde und Satellitensender dokumentiert. Der NABU verfolgte beispielsweise den Senderstorch Michael, der regelmäßig im Gebiet des Tschadsees überwinterte.

Blog des NABU

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Zugroute und Entfernung

Bei Weißstörchen werden traditionell zwei wichtige Zugrichtungen unterschieden.

Die Westroute führt über Frankreich und die Iberische Halbinsel zur Straße von Gibraltar. Von dort können die Vögel Nordafrika und weiter entfernte Wintergebiete erreichen.

Die Ostroute verläuft über Südosteuropa, den Bosporus und den Nahen Osten nach Afrika.

Weißstörche nutzen aufsteigende Warmluft, die sogenannte Thermik, um energiesparend zu segeln. Deshalb meiden sie nach Möglichkeit lange Flüge über offene Meeresflächen.

Je nach Brutort und Winterziel können die einfachen Zugstrecken mehrere Tausend Kilometer betragen. Ein festgelegter Wert für alle Weißstörche wäre jedoch irreführend.

Besonderheiten des Vogelzugs

Nicht alle Weißstörche ziehen heute bis nach Afrika. Der NABU dokumentiert auch Vögel, die in Spanien bleiben oder nur relativ kurze Strecken zurücklegen.

Das zeigt, dass Vogelzug kein unveränderliches Verhalten ist. Nahrungsverfügbarkeit, Wetterbedingungen und Veränderungen der Landschaft können die Überwinterungsstrategie beeinflussen.

2. Rauchschwalbe – von deutschen Höfen bis ins tropische Afrika

Wissenschaftlicher Name: Hirundo rustica

Winterquartiere der Rauchschwalbe

Rauchschwalben gehören zu den klassischen Langstreckenziehern. Die in Deutschland brütenden Tiere verlassen ihre Brutgebiete überwiegend im Spätsommer und Herbst und verbringen den Winter südlich der Sahara.

Dokumentierte Wintergebiete liegen in verschiedenen Regionen Afrikas. Die NABU-Schwalbenbroschüre nennt unter anderem das Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun als bedeutendes Überwinterungsgebiet deutscher Rauchschwalben.

Die Art ist während der Wintermonate auf Lebensräume angewiesen, in denen ausreichend fliegende Insekten vorhanden sind.

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Zugroute und Entfernung

Rauchschwalben ziehen über Europa und das Mittelmeer nach Afrika. Ihre genauen Wege unterscheiden sich zwischen Populationen und Individuen.

Ein besonders anschaulicher Beleg stammt aus Sachsen: Eine im Juni 2007 im Kohrener Land beringte Rauchschwalbe wurde am 1. Oktober desselben Jahres im zentralafrikanischen Botoro gefunden. Die dokumentierte Strecke betrug 5.223 Kilometer.

Solche Wiederfunde belegen, wie weit einzelne Vögel tatsächlich gelangen. Sie erlauben allerdings nicht, jeden Zwischenstopp oder die vollständige Flugroute zu rekonstruieren.

Besonderheiten des Vogelzugs

Vor dem Herbstzug sammeln sich Rauchschwalben häufig in größeren Gruppen. Besonders auffällig sind Ansammlungen auf Stromleitungen und gemeinschaftliche Schlafplätze in Schilfgebieten.

Im Gegensatz zu großen Segelfliegern bewältigen Schwalben ihre Reise überwiegend mit aktivem Flügelschlag. Unterwegs müssen sie geeignete Bedingungen zum Nahrungserwerb und zur Rast finden.

In Deutschland lassen sich größere Ansammlungen häufig im August und September beobachten.

NABU Vogeltrainer

3. Kranich – von Norddeutschland bis nach Spanien

Wissenschaftlicher Name: Grus grus

Winterquartiere des Kranichs

Der Kranich gehört zu den auffälligsten Zugvögeln Europas. Seine trompetenden Rufe und die charakteristischen Flugformationen sind im Herbst weithin hörbar und sichtbar.

Viele Kraniche aus nord- und mitteleuropäischen Brutgebieten überwintern in Frankreich oder Spanien. Besonders bekannt ist die Extremadura im Westen Spaniens, die zu den bedeutenden europäischen Überwinterungsregionen zählt.

Ein Teil der Vögel erreicht auch Nordafrika. Andere bleiben bei geeigneten Bedingungen weiter nördlich.

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Zugroute und Entfernung

Kraniche nutzen vergleichsweise deutlich erkennbare Zugkorridore. Auf der westeuropäischen Route ziehen große Gruppen von Deutschland über Frankreich in Richtung Spanien.

Für Kraniche, die von Norddeutschland bis in die Extremadura fliegen, liegt die einfache Reisedistanz je nach Ausgangspunkt und tatsächlichem Flugweg in der Größenordnung von rund 2.000 Kilometern.

Diese Zahl ist ein Orientierungswert und keine einheitlich gemessene Strecke aller Kraniche. Rastplätze und Umwege können die tatsächlich zurückgelegte Entfernung verändern.

Besonderheiten des Vogelzugs

Kraniche fliegen häufig in V-Formationen oder schräg gestaffelten Reihen. Dabei bleiben die Tiere durch laute Kontaktrufe miteinander verbunden.

Vor dem Weiterflug versammeln sie sich oft an großen Rastplätzen. Flache Gewässer dienen als geschützte Schlafplätze, während umliegende Felder und Wiesen zur Nahrungssuche genutzt werden.

Gerade an solchen Rastgebieten ist ausreichend Abstand besonders wichtig, damit die Tiere ungestört Energie für die Weiterreise sammeln können.

4. Turteltaube – eine lange Reise in die afrikanische Sahelzone

Wissenschaftlicher Name: Streptopelia turtur

Winterquartiere der Turteltaube

Die Europäische Turteltaube gehört zu den Langstreckenziehern. Ihre Wintergebiete liegen südlich der Sahara, insbesondere in der Sahelzone und angrenzenden Savannenlandschaften.

Zu den dokumentierten Überwinterungsgebieten gehören Mali, Niger, Senegal und weitere afrikanische Länder.

Besonders aussagekräftig sind die NABU-Untersuchungen an besenderten Turteltauben. Das in Brandenburg markierte Männchen Cyril verbrachte beispielsweise den Winter 2019/2020 im Süden Nigers.

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Zugroute und Entfernung

Turteltauben nutzen verschiedene Zugwege über das Mittelmeer und Nordafrika. Einige ziehen über die Iberische Halbinsel, andere über Italien und zentrale Mittelmeerregionen.

Anschließend müssen viele Tiere die Sahara überqueren. Dabei können sie innerhalb weniger Tage große Entfernungen zurücklegen.

Der NABU dokumentierte bei der Turteltaube Jenny im Oktober 2019 eine Flugetappe von ungefähr 550 Kilometern zwischen Algerien und Mali. Eine weitere Bewegung führte rund 70 Kilometer nach Südwesten. Diese Werte beziehen sich auf tatsächlich erfasste Reiseabschnitte und nicht auf die gesamte Zugstrecke.

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Besonderheiten des Vogelzugs

Turteltauben bleiben nicht zwangsläufig den gesamten Winter an einem einzigen Ort. Einige besenderte Vögel wechselten zwischen unterschiedlichen Gebieten, vermutlich abhängig von Wasser- und Nahrungsverfügbarkeit.

Besonders wichtig sind Savannen mit Samen tragender Vegetation, Wasserstellen und geeigneten Schlafbäumen.

Der Verlust solcher Lebensräume und die Jagd entlang verschiedener Zugrouten stellen erhebliche Gefahren dar.

5. Mehlschwalbe – von deutschen Hausfassaden nach Afrika

Wissenschaftlicher Name: Delichon urbicum

Winterquartiere der Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe ist ein weiterer Langstreckenzieher, dessen Winterquartiere südlich der Sahara liegen.

Anders als beim Weißstorch sind die Zugverbindungen einzelner deutscher Brutpopulationen zu bestimmten afrikanischen Winterregionen weniger vollständig dokumentiert. Deshalb lässt sich nicht für jede in Deutschland brütende Mehlschwalbe ein konkretes Zielland nennen.

Gesichert ist jedoch, dass mitteleuropäische Mehlschwalben während des Winters in Afrika südlich der Sahara vorkommen.

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Zugroute und Entfernung

Mehlschwalben verlassen Deutschland überwiegend zwischen September und Oktober. Ihre Wanderung führt über Europa und den Mittelmeerraum in Richtung Afrika.

Die zurückgelegten Entfernungen betragen mehrere Tausend Kilometer. Die NABU-Schwalbenbroschüre für Nordrhein-Westfalen verweist auf in der Fachliteratur beschriebene jährliche Zugstrecken von bis zu 20.000 Kilometern.

Dabei handelt es sich um mögliche Gesamtstrecken innerhalb eines Jahres und nicht um die einfache Entfernung zwischen Brutplatz und Winterquartier.

Besonderheiten des Vogelzugs

Mehlschwalben ernähren sich überwiegend von fliegenden Insekten. Während ihrer Wanderung benötigen sie deshalb geeignete Nahrungsbedingungen.

Im Gegensatz zur Rauchschwalbe brütet die Mehlschwalbe überwiegend an Außenfassaden von Gebäuden. Ihre geschlossenen Lehmnester befinden sich häufig unter Dachvorsprüngen.

Der Erhalt geeigneter Brutplätze und insektenreicher Landschaften ist für ihren langfristigen Schutz besonders wichtig.

Zugrouten und Winterziele im Vergleich

VogelartDokumentierte WinterregionenZugverhalten
WeißstorchSpanien, Nordafrika, West- und OstafrikaWest- und Ostroute
RauchschwalbeAfrika südlich der Sahara, unter anderem Nigeria/KamerunLangstreckenzug
KranichFrankreich, Spanien, teilweise NordafrikaVorwiegend gebündelte Zugkorridore
TurteltaubeSahelzone, unter anderem Mali und NigerLangstreckenzug über Mittelmeer und Sahara
MehlschwalbeAfrika südlich der SaharaLangstreckenzug

Die Winterziele bezeichnen nachgewiesene Regionen, keine unveränderlichen Aufenthaltsorte sämtlicher Individuen. Zugentfernungen hängen von Brutgebiet, gewählter Route und Winterquartier ab.

Vogelzug im Herbst respektvoll beobachten

Der Herbst ist eine besonders interessante Jahreszeit für Naturbeobachtungen. Viele Arten sammeln sich in größeren Gruppen, bevor sie weiterziehen. Andere fliegen in breiten Fronten über Wälder, Felder und Siedlungen.

Geeignete Beobachtungszeiten nutzen

Bereits im August ziehen erste Langstreckenzieher ab. Im September und Oktober erreicht der sichtbare Vogelzug in Mitteleuropa eine besonders auffällige Phase.

Der NABU beschreibt die erste Oktoberwoche als wichtigen Zeitraum für den sichtbaren Herbstzug. Besonders morgens lassen sich bei geeigneter Witterung verschiedene Singvogelarten beobachten.

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Beobachtungsplätze mit Bedacht auswählen

Aussichtsplattformen, öffentlich zugängliche Deiche und ausgewiesene Beobachtungsstellen bieten häufig gute Möglichkeiten.

Ein Fernglas ermöglicht die Beobachtung aus größerer Entfernung. Spektive eignen sich besonders für große Rastansammlungen von Kranichen oder Wasservögeln.

Geschützte Uferbereiche, Schlafplätze und abgesperrte Flächen sollten nicht betreten werden.

Rastende Vögel nicht aufscheuchen

Rastplätze sind für Zugvögel lebenswichtig. Dort nehmen sie Nahrung auf, ruhen sich aus und erneuern ihre Energiereserven.

Wiederholtes Auffliegen verbraucht Energie und kann die notwendige Rastzeit verlängern. Deshalb sollten Beobachtende ausreichend Abstand halten und ihre Position verändern, sobald Tiere Anzeichen von Unruhe zeigen.

Auch Hunde sollten in sensiblen Bereichen angeleint bleiben. Drohnen sind für die Beobachtung rastender Vogelgruppen ungeeignet, da sie erhebliche Störungen verursachen können.

Beobachtungen dokumentieren

Notizen zu Vogelart, Anzahl, Datum, Uhrzeit und Flugrichtung können die eigene Artenkenntnis verbessern.

Wer seine Beobachtungen wissenschaftlich nutzbar machen möchte, kann sie über etablierte ornithologische Meldeplattformen dokumentieren.

Dabei sollten sensible Standorte und Schutzgebietsregeln berücksichtigt werden.

FAQ – häufige Fragen zum Vogelzug

Welche heimischen Vögel ziehen im Herbst nach Afrika?

Zu den bekannten Arten gehören Weißstorch, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe und Turteltaube. Auch zahlreiche weitere heimische Vogelarten verbringen den Winter in Afrika.

Welche Zugvögel überwintern in Spanien?

Viele Kraniche und ein Teil der Weißstörche überwintern auf der Iberischen Halbinsel. Besonders die spanische Extremadura ist ein bedeutendes Wintergebiet für Kraniche.

Wie weit fliegen Zugvögel?

Die Entfernungen unterscheiden sich erheblich. Kurzstreckenzieher legen häufig einige Hundert bis wenige Tausend Kilometer zurück. Langstreckenzieher können auf einer einfachen Reise mehrere Tausend Kilometer bewältigen. Die tatsächliche Flugstrecke ist meist länger als die Luftlinie.

Wie finden Zugvögel ihre Winterquartiere?

Zugvögel nutzen mehrere Orientierungssysteme. Dazu gehören der Sonnenstand, der Sternenhimmel und die Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes. Bei vielen Arten spielen außerdem angeborene Zugrichtungen und individuelle Erfahrungen eine Rolle.

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Wann ist die beste Zeit zur Vogelbeobachtung im Herbst?

September und Oktober sind besonders ergiebig. Rauchschwalben lassen sich häufig schon früher beobachten, während größere Kranichzüge oft im Oktober und November stattfinden. Wetter und Region beeinflussen den genauen Zeitpunkt.

Weshalb bleiben manche Zugvögel inzwischen in Deutschland?

Mildere Winter, verfügbare Nahrung und Veränderungen der Lebensräume können dazu beitragen, dass einzelne Vögel kürzere Zugstrecken zurücklegen oder ganz überwintern. Dieses Verhalten unterscheidet sich jedoch stark zwischen den Arten.

Fazit

Der Vogelzug verbindet deutsche Brutgebiete mit Landschaften, die Tausende Kilometer entfernt liegen. Weißstörche nutzen unterschiedliche Routen nach Südwesteuropa und Afrika, Rauch- und Mehlschwalben überwintern südlich der Sahara, Kraniche erreichen häufig Spanien und Frankreich, während Turteltauben bis in die afrikanische Sahelzone ziehen.

Die dokumentierten Wanderungen zeigen, dass nicht jede Vogelart denselben Weg nutzt. Selbst innerhalb einer Population können Winterquartiere und Zugentfernungen variieren.

Für den Schutz dieser Tiere sind deshalb nicht nur ihre Brutgebiete entscheidend. Auch Rastplätze, Feuchtgebiete und geeignete Winterlebensräume müssen erhalten bleiben.

Wer den Vogelzug im Herbst aus respektvoller Entfernung beobachtet, kann eines der eindrucksvollsten Naturereignisse Europas erleben, ohne die Vögel auf ihrer anstrengenden Reise zu stören.

Ornithologische Quellen

Die folgenden fünf realen NABU-Veröffentlichungen bilden die fachliche Grundlage. Angaben zu einzelnen Sender-Vögeln werden ausdrücklich als dokumentierte Einzelfälle behandelt.

1. NABU – Zugvögel und Vogelzug (Fachinformation). Grundlagen zu Zugtypen, Zugrouten, Orientierung und jahreszeitlichen Wanderungen. NABU-Fachinformation als PDF.

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2. NABU – Störche auf Reisen. Satellitentelemetrie, Zugrouten und Winterquartiere deutscher Weißstörche. NABU-Storchenprojekt.

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3. NABU Sachsen – Schwalben in Sachsen (2024). Informationen zum Zug von Rauchschwalben und dokumentierten Beringungsfunden. NABU-Schwalbenbroschüre.

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4. NABU Hamburg – Kranich-Steckbrief. Lebensräume, Nahrung, Rastverhalten und europäische Winterquartiere. NABU-Publikation mit Kranich-Steckbrief.

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5. NABU – Turteltauben auf Reisen. Wissenschaftliche Beobachtungen besenderter Turteltauben, ihrer Zugrouten und Winterquartiere in Afrika. NABU-Turteltaubenprojekt.

Turteltauben auf Reisen

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