Regenwasser im Garten sammeln: Regentonnen richtig verbinden und nutzen
Eine einzelne Regentonne kann bei einem kräftigen Regenschauer erstaunlich schnell voll sein. Dafür braucht es keine spektakulären Niederschlagsmengen: Ein Millimeter Regen auf einem Quadratmeter Dachfläche entspricht rechnerisch einem Liter Wasser.
Fallen beispielsweise 10 Millimeter Regen auf eine wirksam entwässerte Dachfläche von 50 Quadratmetern, treffen theoretisch 500 Liter Wasser auf diese Fläche. In der Praxis gelangt wegen Verlusten und der tatsächlichen angeschlossenen Dachfläche nicht jeder Liter in die Tonne. Trotzdem wird klar, warum ein einzelner Behälter mit 200 oder 300 Litern Fassungsvermögen schnell überlaufen kann.
Ohne geregelten Überlauf läuft das zusätzliche Wasser anschließend neben der Tonne auf den Boden oder verschwindet über das Fallrohr in der Entwässerung.
Mehrere miteinander verbundene Regentonnen lösen genau dieses Problem. Entscheidend sind nicht komplizierte Pumpen oder elektrische Steuerungen, sondern das richtige Niveau der Anschlüsse, ein sicherer Überlauf und ein stabiler Standort.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Regenwasser für den Garten besser ist als Leitungswasser
- Die richtige Tonnengröße und der passende Standort
- Mehrere Tonnen verbinden
- Fallrohrfilter und Diverter
- Sicherheit
- Wasser richtig entnehmen
- Regenwasser und Mückenlarven
- Größere Lösungen
- Häufige Fehler
- Häufige Fragen
- Fazit
Warum Regenwasser für den Garten besser ist als Leitungswasser
Für die Gartenbewässerung besitzt Regenwasser mehrere praktische Vorteile.
Zunächst ist es in der Regel weicher als kalkreiches Leitungswasser. Es enthält deutlich weniger gelöste Calcium- und Magnesiumsalze, die für die Wasserhärte verantwortlich sind.
Das ist besonders bei kalkempfindlichen Pflanzen interessant. Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise Rhododendren als Pflanzen, die weiches Regenwasser gut vertragen.
Der zweite Vorteil ist die Temperatur.
Wasser aus einer Regentonne nimmt allmählich die Umgebungstemperatur an. Sehr kaltes Leitungswasser kann dagegen unmittelbar aus der Leitung deutlich kühler sein als Boden und Pflanzengewebe.
Vor allem empfindliche Kübelpflanzen profitieren von Wasser, das nicht extrem kalt an die Wurzeln gelangt.
Beim pH-Wert ist mehr Differenzierung nötig.
Regenwasser wird häufig pauschal als „leicht sauer“ bezeichnet. Sein tatsächlicher pH-Wert kann jedoch je nach Luft, Dachfläche, Verunreinigungen und Lagerbedingungen variieren. Auch Leitungswasser besitzt regional sehr unterschiedliche Eigenschaften.
Der Vorteil des Regenwassers liegt daher weniger in einem garantierten pH-Wert als in seinem normalerweise niedrigen Gehalt an gelösten Härtebildnern.
Wichtig ist außerdem die Dachfläche.
Nicht jedes Dach eignet sich gleichermaßen zum Sammeln von Bewässerungswasser. Das Umweltbundesamt rät bei bestimmten Dachflächen aus Kupfer und Zink sowie bei problematischen bitumenhaltigen Dachbahnen zur Vorsicht, weil Stoffe in das ablaufende Wasser gelangen können.
Bei unbekanntem Dachmaterial sollte deshalb zuerst geklärt werden, ob das gesammelte Wasser für die gewünschte Nutzung geeignet ist.
Die richtige Tonnengröße und der passende Standort
Die passende Tonnengröße hängt nicht nur von der Gartengröße ab.
Entscheidend sind mindestens drei Faktoren: angeschlossene Dachfläche, typischer Wasserbedarf und verfügbarer Platz.
Wer nur einige Kübelpflanzen gießt, benötigt deutlich weniger Speichervolumen als ein Garten mit Hochbeeten, Gemüseflächen und frisch gepflanzten Gehölzen.
Mehr Speichervolumen ist besonders dann nützlich, wenn Niederschlag unregelmäßig fällt. Wasser aus regenreichen Tagen kann so für eine anschließende Trockenperiode zurückgehalten werden.
Der Standort muss vor allem tragfähig sein.
Wasser ist schwer: Ein Behälter mit 300 Litern Inhalt enthält allein etwa 300 Kilogramm Wasser. Dazu kommen das Eigengewicht der Tonne und gegebenenfalls ein Sockel.
Eine volle Regentonne gehört deshalb auf eine feste, ebene und dauerhaft stabile Fläche.
Ein schiefer Stapel loser Steine oder ein weicher Boden, der nach Regen absacken kann, ist ungeeignet.
Soll eine Gießkanne unter einen Auslaufhahn passen, kann die Tonne auf einen dafür ausgelegten stabilen Sockel gestellt werden. Die Konstruktion muss das Gewicht der vollständig gefüllten Tonne sicher tragen.
Ein schattiger oder zumindest nicht ganztägig stark aufgeheizter Standort ist günstig. Er reduziert die Erwärmung des gespeicherten Wassers und begrenzt Algenwachstum.
Mehrere Tonnen verbinden
Mehrere Regentonnen lassen sich nach einem einfachen physikalischen Prinzip miteinander verbinden.
Wasser sucht in kommunizierenden Gefäßen denselben Pegel, sofern die Behälter im unteren Bereich miteinander verbunden sind. Alternativ können Tonnen über höher sitzende Überlaufanschlüsse nacheinander gefüllt werden.
Für ein einfaches DIY-System gibt es deshalb zwei Grundvarianten.
Bei einer unteren Verbindung werden die Tonnen nahe am Boden mit einem geeigneten Schlauch oder Rohr verbunden. Sie füllen und leeren sich weitgehend gemeinsam.
Bei einer Überlaufverbindung sitzt der Anschluss höher. Zuerst steigt der Pegel in der ersten Tonne. Erreicht das Wasser die Verbindung, läuft es in die nächste Tonne weiter.
Für ein einfaches Überlaufsystem werden benötigt:
- zwei oder mehr geeignete Regentonnen
- passende Tankdurchführungen
- geeigneter Verbindungsschlauch oder ein Rohr
- Dichtungen
- Bohrer beziehungsweise Lochsäge passend zur Durchführung
- Maßband und Markierung
- gegebenenfalls Schlauchschellen
- ein definierter letzter Überlauf
Vor dem Bohren werden alle Behälter auf ihren endgültigen, ebenen Standort gestellt.
Dann wird die gewünschte Anschlusshöhe exakt übertragen. Bei einer Überlaufverbindung müssen die Anschlüsse auf zueinander passender Höhe sitzen.
Die Bohrungen werden nach den Vorgaben der verwendeten Tankdurchführungen hergestellt. Scharfe Kanten werden entfernt, ohne die Öffnung unnötig zu vergrößern.
Anschließend werden die Dichtungen und Durchführungen montiert und die Tonnen verbunden.
Danach folgt ein Test mit einer kleinen Wassermenge.
Erst wenn alle Verbindungen dicht sind, wird das System vollständig gefüllt.
Besonders wichtig ist die letzte Tonne: Auch sie braucht einen sicheren Überlauf. Das Wasser muss kontrolliert von Hauswand und Fundament weg beziehungsweise in eine dafür geeignete Entwässerungs- oder Versickerungslösung geführt werden.
Fallrohrfilter und Diverter
Ein Regensammler oder Diverter verbindet das Fallrohr mit der Regentonne.
Er zweigt einen Teil des im Fallrohr ablaufenden Regenwassers ab und führt ihn über einen Schlauch zum Speicher. Je nach Bauart enthält das System gleichzeitig einen Filter, der gröbere Verunreinigungen zurückhält.

Der Diverter leitet das Wasser vom Fallrohr in die Tonne, ohne dass ein größerer Umbau nötig ist.
Der Vorteil eines gut geplanten Systems liegt in der Überlauffunktion.
Erreicht der Wasserstand der Tonne die entsprechende Höhe, soll weiteres Wasser nicht unkontrolliert über den Tonnenrand laufen. Je nach Konstruktion wird es im Fallrohr weitergeführt oder über einen separaten Überlauf sicher abgeleitet.
Beim Einbau ist die Höhe entscheidend.
Ein Diverter wird deshalb nicht nach Augenmaß irgendwo ins Fallrohr gesetzt. Die Einbauhöhe muss zur vorgesehenen maximalen Wasserhöhe des Behälters und zur Anleitung des jeweiligen Systems passen.
Vor dem Bohren oder Sägen wird zweimal gemessen.
Auch die Wartung gehört dazu.
Laub, Moos, kleine Zweige und andere Dachablagerungen können Filterflächen zusetzen. Filter und Leitungen werden deshalb regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt.
Eine gute Filterung hält nicht jedes feine Material zurück, reduziert aber den Eintrag gröberer organischer Stoffe.
Sicherheit
Eine Regentonne ist kein harmloser leerer Kunststoffbehälter mehr, sobald sie gefüllt ist.
Mehrere hundert Kilogramm Wasser verlangen einen stabilen Stand.
Die Tonne darf nicht kippen können. Ein erhöhter Sockel muss für das Gesamtgewicht ausgelegt und gegen Verrutschen gesichert sein.
Besonders wichtig ist die Kindersicherung.
Offene Regentonnen sollten mit einem stabilen, sicher befestigten Deckel verschlossen sein. Eine lose aufgelegte Abdeckung reicht nicht, wenn Kinder Zugang zum Garten haben.
Auch für Tiere ist ein geschlossenes System sicherer.
Im Winter kommt Frostschutz hinzu.
Viele oberirdische Kunststoffbehälter und Armaturen können durch gefrierendes Wasser beschädigt werden. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und kann Behälter, Leitungen, Verbindungen und Hähne belasten.
Wenn der Hersteller keine ausdrücklich frostsichere Nutzung mit Wasserfüllung vorsieht, wird die Tonne vor starken Frostperioden geleert.
Verbindungsschläuche werden ebenfalls entleert.
Auslaufhähne bleiben nach dem Ablassen geöffnet, damit eingeschlossenes Restwasser nicht unnötig Druck auf die Armatur ausübt.
Auch Diverter besitzen je nach Modell eine Winterstellung oder müssen für die kalte Jahreszeit entsprechend der Herstelleranleitung umgestellt werden.
Bei Pumpen gilt besondere Vorsicht.
Elektrische Gartenpumpen dürfen nur entsprechend ihrer vorgesehenen Schutzart und Herstellerangaben im Außenbereich eingesetzt werden. Steckverbindungen und Verlängerungen müssen für den vorgesehenen Einsatz geeignet und gegen Feuchtigkeit geschützt sein.
Improvisierte elektrische Installationen unmittelbar neben Wasserbehältern sind keine DIY-Abkürzung. Bei fest installierten elektrischen Komponenten gehört die Ausführung im Zweifel in fachkundige Hände.
Wasser richtig entnehmen
Die einfachste Lösung ist ein Auslaufhahn.
Er funktioniert ohne Strom und eignet sich hervorragend, wenn hauptsächlich Gießkannen gefüllt werden. Voraussetzung ist genügend Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel beziehungsweise Hahn und dem zu füllenden Gefäß.
Deshalb werden Regentonnen häufig auf einen stabilen Sockel gestellt.
Eine Gießkanne hat einen weiteren Vorteil: Das Wasser lässt sich sehr gezielt an die Pflanzen bringen.
Für größere Gärten kann eine Pumpe sinnvoll sein.
Sie ermöglicht die Versorgung eines Schlauchs oder eines geeigneten Bewässerungssystems. Die Pumpe muss jedoch zum Einsatzbereich passen. Nicht jede Pumpe verträgt Schmutzpartikel, und nicht jedes Bewässerungssystem funktioniert mit jedem Druck.
Filter reduzieren das Risiko von Verstopfungen.
Die LWG weist bei Tropfbewässerung darauf hin, dass Filter notwendig sein können, weil kleine Tropfer empfindlich auf Ablagerungen und Partikel reagieren.
Für einen kleinen Garten ist die stromlose Kombination aus Regentonne, Hahn und Gießkanne meist die einfachste und wartungsärmste Lösung.
Regenwasser und Mückenlarven
Eine offene Wasserfläche kann für Stechmücken einen geeigneten Ort zur Eiablage darstellen.
Die beste Gegenmaßnahme ist deshalb nicht eine regelmäßige chemische Behandlung, sondern ein möglichst geschlossenes Speichersystem.
Ein dicht sitzender Deckel verhindert, dass Mücken die Wasseroberfläche erreichen.
Öffnungen für Fallrohr oder Überlauf sollten so konstruiert beziehungsweise mit geeigneten engmaschigen Barrieren versehen sein, dass keine unnötig großen Zugänge entstehen.
Davon profitieren auch andere Tiere.
Offene Regentonnen können für kleine Säugetiere, Amphibien und andere Tiere zur Falle werden, wenn sie hineinfallen und an glatten senkrechten Wänden nicht wieder herauskommen.
Eine sicher verschlossene Tonne verhindert dieses Risiko von Anfang an.
Das unterscheidet eine Regentonne von einem naturnahen Gartenteich. Der Teich soll ein zugänglicher Lebensraum mit flachen Uferzonen und Ausstiegsmöglichkeiten sein. Die Regentonne ist ein technischer Wasserspeicher und sollte entsprechend gesichert werden.
Größere Lösungen
Wer mit mehreren Regentonnen regelmäßig an die Kapazitätsgrenze kommt, kann über eine Zisterne nachdenken.
Unterirdische Speicher besitzen wesentlich mehr Volumen, benötigen aber auch mehr Planung.
Neben Tankgröße und Dachfläche spielen Leitungsführung, Filterung, Überlauf, Versickerung, Bodenverhältnisse und gegebenenfalls eine Pumpe eine Rolle.
Soll Regenwasser ausschließlich im Garten genutzt werden, bleibt das System vergleichsweise übersichtlich.
Eine Nutzung im Gebäude, beispielsweise für Toilettenspülung oder Waschmaschine, stellt deutlich höhere Anforderungen. Regenwasserleitungen und Trinkwassersystem dürfen nicht unzulässig miteinander verbunden werden. Planung, Kennzeichnung und technische Ausführung müssen den geltenden Anforderungen entsprechen.
Für einen normalen Hausgarten ist eine Zisterne deshalb eher die nächste Ausbaustufe als der notwendige Einstieg.
Oft lässt sich bereits durch zwei oder drei sinnvoll verbundene Regentonnen deutlich mehr Niederschlagswasser speichern.
Häufige Fehler
Zu kleine Kapazität
Eine kleine Tonne kann bereits nach einem kräftigen Niederschlag voll sein.
Wer regelmäßig große Mengen Gartenwasser benötigt, sollte die angeschlossene Dachfläche und den eigenen Bedarf gemeinsam betrachten. Mehrere verbundene Behälter können flexibler sein als eine einzelne kleine Tonne.
Kein definierter Überlauf
Jede Regentonne wird irgendwann voll.
Ohne Überlauf sucht sich das Wasser selbst einen Weg. Direkt an der Hauswand ist das besonders ungünstig.
Das System benötigt deshalb immer einen kontrollierten Weg für überschüssiges Wasser.
Offene Tonnen
Eine offene Regentonne erhöht das Risiko für Kinder und Tiere und bietet Stechmücken Zugang zur Wasseroberfläche.
Ein stabiler Deckel gehört zur Grundausstattung.
Kein Frostschutz
Wasser in Behältern, Hähnen und Schläuchen kann gefrieren.
Nicht ausdrücklich frostsichere Systeme werden deshalb vor dem Winter entleert. Hähne bleiben nach dem Ablassen offen und empfindliche Pumpen werden nach Herstellerangaben frostfrei gelagert.
Instabiler Untergrund
Eine volle Regentonne ist schwer.
Ein provisorischer Unterbau kann absacken oder kippen. Besonders gefährlich wird das bei hohen, schmalen Behältern.
Der Untergrund muss eben, tragfähig und dauerhaft stabil sein.
Ungeeignetes Dachwasser
Nicht jede Dachfläche liefert automatisch geeignetes Gießwasser.
Bei bestimmten Metall- oder Bitumenflächen können problematische Stoffe ausgewaschen werden. Das Dachmaterial wird deshalb vor der Installation geprüft.
Häufige Fragen
Wie groß sollte eine Regentonne sein?
Das hängt von Dachfläche, Gartenbedarf und Platz ab. Statt nur das Volumen der Tonne zu betrachten, sollte geprüft werden, wie viel Wasser die angeschlossene Dachfläche bei einem typischen Regen liefern kann. Bei größerem Bedarf lassen sich mehrere Tonnen verbinden.
Kann ich zwei Regentonnen einfach miteinander verbinden?
Ja. Dafür können geeignete Tankdurchführungen und Verbindungsschläuche verwendet werden. Bei einer unteren Verbindung gleichen sich die Wasserstände weitgehend an. Bei einer höher liegenden Überlaufverbindung füllt sich zunächst ein Behälter bis zur Verbindungshöhe.
Muss die zweite Regentonne genauso hoch stehen?
Bei Systemen, die nach dem Prinzip kommunizierender Gefäße arbeiten, ist ein gemeinsames stabiles Niveau besonders wichtig. Auch bei Überlaufsystemen müssen die Höhen von Behältern und Anschlüssen aufeinander abgestimmt werden.
Ist Regenwasser für alle Gartenpflanzen geeignet?
Für die normale Gartenbewässerung ist geeignet gesammeltes Regenwasser sehr gut nutzbar. Besonders kalkempfindliche Pflanzen profitieren von seiner geringen Wasserhärte. Entscheidend ist jedoch, dass das Wasser von einer geeigneten Dachfläche stammt.
Kann Regenwasser schlecht werden?
In einem verschmutzten, warmen und offenen Behälter können sich Algen und Mikroorganismen stark vermehren und organische Ablagerungen zersetzen. Ein geschlossener, möglichst kühler Speicher sowie regelmäßige Kontrolle und Reinigung reduzieren diese Probleme.
Muss eine Regentonne im Winter komplett leer sein?
Bei nicht ausdrücklich frostsicheren oberirdischen Behältern ist das Entleeren die sichere Vorgehensweise. Auch Leitungen und Armaturen werden entleert. Die Herstellerangaben des jeweiligen Systems haben Vorrang.
Kann ich eine elektrische Pumpe direkt an der Regentonne betreiben?
Grundsätzlich kann eine dafür vorgesehene Garten- oder Regenwasserpumpe eingesetzt werden. Sie muss für den konkreten Einsatz und die Außenbedingungen geeignet sein. Elektrische Anschlüsse müssen sicher vor Feuchtigkeit geschützt und nach den geltenden Anforderungen ausgeführt werden. Unsichere improvisierte Installationen in Wassernähe sind zu vermeiden.
Fazit
Regenwasser im Garten zu sammeln beginnt mit einer einfachen Tonne, funktioniert langfristig aber am besten als kleines System.
Die Dachfläche liefert das Wasser. Ein Fallrohrsammler oder Diverter führt es kontrolliert in den Speicher. Reicht dessen Volumen nicht, werden weitere Tonnen über geeignete Verbindungen ergänzt. Ein definierter letzter Überlauf sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser nicht unkontrolliert an Hauswand oder Fundament austritt.
Der technische Aufwand bleibt überschaubar.
Entscheidend sind saubere Höhenmessung, passende Tankdurchführungen, dichte Verbindungen und ein tragfähiger Untergrund. Eine gefüllte Regentonne wiegt mehrere hundert Kilogramm und darf deshalb nicht auf einem improvisierten wackeligen Sockel stehen.
Auch Sicherheit gehört zum System. Tonnen werden stabil verschlossen, damit Kinder und Tiere nicht hineinfallen können und Stechmücken keinen freien Zugang zur Wasseroberfläche bekommen.
Im Winter werden nicht frostsichere Behälter, Leitungen und Armaturen entleert. Elektrische Pumpen werden nur entsprechend ihrer Zulassung und Herstelleranleitung eingesetzt.
Für die Pflanzen bietet Regenwasser vor allem einen praktischen Vorteil: Es ist üblicherweise weich und enthält wenig Kalk. Sein pH-Wert ist dagegen variabel und sollte nicht zum universellen Verkaufsargument gemacht werden.
Wer mehr speichern möchte, muss nicht sofort eine Zisterne bauen. Schon zwei oder drei sinnvoll verbundene Regentonnen können aus einem kurzen Regenschauer einen Vorrat machen, der später gezielt mit Gießkanne, Hahn oder geeignetem Bewässerungssystem genutzt wird.
Damit wird aus einer überlaufenden Tonne ein kontrollierter Wasserspeicher – einfach, wartbar und an den tatsächlichen Bedarf des Gartens angepasst.
Interne Verlinkung für die Redaktion
Die angegebenen Ziel-URLs vor Veröffentlichung im CMS auf Erreichbarkeit und endgültigen Slug prüfen:
- Wassersparen im Garten
- Hochbeet richtig bewässern
- Boden über den Winter schützen
- Nachhaltiger Garten: die wichtigsten Ideen
Quellen und weiterführende Informationen
- Umweltbundesamt – nachhaltige Regenwassernutzung und geeignete Dachflächen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Wassermanagement und Bewässerung im Garten
- Verbraucherzentrale – Regenwassernutzung, Wassersparen und größere Speichersysteme