Terrassenfugen bepflanzen: 9 trittfeste Pflanzen gegen Unkraut

Unkraut zwischen Terrassenplatten gehört zu den wiederkehrenden Gartenarbeiten, die sich nur schwer dauerhaft vermeiden lassen. Kaum sind Löwenzahn, Gräser oder andere Sämlinge aus den Fugen entfernt, keimen an anderer Stelle bereits die nächsten Pflanzen. Eine attraktive Alternative besteht darin, die Terrassenfugen zu bepflanzen und freie Zwischenräume gezielt mit niedrigen Bodendeckern zu besetzen.

Geeignete Fugenpflanzen bleiben niedrig, kommen mit wenig Wurzelraum zurecht und bilden mit der Zeit dichte Polster. Dadurch bleibt weniger offene Erde übrig, auf der unerwünschte Samen keimen können. Bodendecker können Unkraut also deutlich zurückdrängen, eine vollständig unkrautfreie Fläche garantieren sie jedoch nicht. Besonders während der Anwachsphase ist regelmäßiges Jäten wichtig.

Wichtig ist außerdem die richtige Erwartung an den Begriff „trittfest“. Selbst robuste Bodendecker sind kein Ersatz für einen stark beanspruchten Gehweg. Auf häufig genutzten Laufwegen sollten die Füße hauptsächlich auf den Platten landen, während die Pflanzen geschützt in den etwas tiefer liegenden Fugen wachsen.

Welche Pflanzen eignen sich für Terrassenfugen?

Für sonnige, trockene Terrassen eignen sich vor allem Thymian und niedrig wachsende Sedum-Arten. In frischeren oder teilweise beschatteten Bereichen kommen Sternmoos, Fiederpolster oder Pfennigkraut infrage.

Entscheidend sind Fugenbreite, Licht, Bodenfeuchtigkeit und Belastung. Je schmaler und trockener die Fuge ist, desto wichtiger werden kleinbleibende Arten mit genügsamen Wurzeln.

1. Sand-Thymian (Thymus serpyllum)

Sand-Thymian gehört zu den besten Pflanzen für sonnige Pflaster- und Terrassenfugen. Er bildet niedrige, aromatische Matten und blüht im Sommer rosa bis violett. Die RHS empfiehlt die Art ausdrücklich für Pflasterfugen; beim Darüberlaufen wird zusätzlich der typische Duft freigesetzt.

Standort

Optimal sind vollsonnige, warme Stellen mit magerem, sandigem bis steinigem und vor allem gut drainiertem Boden. Staunässe sollte vermieden werden.

Trittfestigkeit

Sand-Thymian verträgt gelegentliches bis mäßiges Betreten vergleichsweise gut. Für ständig begangene Hauptwege ist er trotzdem nicht gedacht.

Pflege

Nach dem Anwachsen muss nur bei längerer Trockenheit gegossen werden. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält die Polster kompakt und reduziert verholzende Triebe.

2. Frühblühender Thymian (Thymus praecox)

Auch Thymus praecox bildet niedrige, dichte Teppiche und eignet sich hervorragend dort, wo die Terrasse sehr sonnig und trocken liegt. Je nach Sorte erscheinen im Sommer zahlreiche rosa bis purpurfarbene Blüten.

Standort

Sonne, Wärme und ein wasserdurchlässiges Substrat sind ideal. Schwere, dauerhaft feuchte Erde ist ungeeignet.

Trittfestigkeit

Die flachen Matten vertragen mäßige Belastung und können deshalb zwischen Trittplatten eingesetzt werden. NC State beschreibt die Art ausdrücklich als für moderaten Fußverkehr geeignet.

Pflege

Nur sparsam düngen und wässern. Zu groß gewordene Polster lassen sich im Frühjahr oder Herbst teilen und erneut in offene Fugen setzen.

3. Sternmoos (Sagina subulata)

Trotz seines Namens ist Sternmoos kein echtes Moos, sondern eine kleine Staude aus der Familie der Nelkengewächse. Es bildet sehr niedrige, frischgrüne Polster mit winzigen weißen Blüten.

Standort

Ideal sind sonnige bis halbschattige Fugen mit mäßig feuchter, aber nicht staunasser Erde. Intensive Hitze und vollständiges Austrocknen verträgt Sternmoos schlechter als Thymian.

Trittfestigkeit

Leichter Fußverkehr wird vertragen. Dadurch eignet sich Sternmoos besonders für Terrassenbereiche, die regelmäßig, aber nicht ständig begangen werden.

Pflege

Bei Trockenperioden rechtzeitig wässern. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist normalerweise nicht notwendig; über die Platten wachsende Triebe können einfach gekürzt werden.

4. Römische Kamille (Chamaemelum nobile)

Römische Kamille bringt neben Grün auch Duft in die Terrassenfugen. Besonders interessant ist die niedrig bleibende, nicht blühende Sorte ‘Treneague’, die als Teppich-Kamille verwendet wird.

Standort

Sie bevorzugt Sonne und einen durchlässigen, eher nährstoffarmen Boden. Auch leichter Halbschatten wird toleriert.

Trittfestigkeit

Teppich-Kamille besitzt eine gute Trittfestigkeit und eignet sich für gelegentlich begangene Bereiche zwischen größeren Platten. Sie sollte dennoch nicht als Ersatz für einen stark beanspruchten Rasen betrachtet werden.

Pflege

In längeren Trockenphasen gießen. Überstehende Triebe können zurückgeschnitten werden. Zu nährstoffreicher Boden fördert unnötig starkes Wachstum.

5. Mauerpfeffer (Sedum acre)

Mauerpfeffer ist ein Spezialist für karge Standorte. Seine kleinen sukkulenten Blätter speichern Wasser, während die gelben Blüten im Frühsommer Farbe zwischen grauen Pflastersteinen bringen.

Standort

Am besten wächst Mauerpfeffer in voller Sonne auf trockenen, steinigen und nährstoffarmen Böden. Für heiße Terrassen mit stark aufgeheizten Platten ist er besonders interessant.

Trittfestigkeit

Sedum verträgt vor allem leichte Belastung. Die Pflanzen sollten deshalb in tieferen Fugen wachsen, sodass Schuhe überwiegend die angrenzenden Platten berühren. Niedrige Sedum-Arten werden auch für Bereiche zwischen Trittsteinen empfohlen.

Pflege

Nach dem Anwachsen ist kaum Bewässerung notwendig. Dünger ist in der Regel überflüssig. Zu weit über die Steine wachsende Triebe lassen sich einfach entfernen oder als Stecklinge verwenden.

6. Weißer Mauerpfeffer (Sedum album)

Der Weiße Mauerpfeffer ist eine weitere robuste Möglichkeit für trockene Terrassen. Er bildet niedrige Teppiche aus fleischigen Blättern und trägt im Sommer zahlreiche kleine weiße Blüten.

Standort

Sonnige, trockene und mineralische Fugen sind optimal. Das Substrat muss überschüssiges Wasser schnell ableiten können.

Trittfestigkeit

Die Pflanze verträgt gelegentliches Betreten, sollte aber nicht mitten in einem stark frequentierten Laufweg stehen. Die RHS führt Sedum album ausdrücklich unter geeigneten Pflanzen zum Begrünen von Lücken in Pflasterflächen.

Pflege

Sehr genügsam. Abgestorbene oder störende Triebe werden im Frühjahr entfernt. Zusätzliche Düngung ist auf normalen Standorten kaum nötig.

7. Zwerg-Fiederpolster (Cotula dioica ‘Minima’)

Das Zwerg-Fiederpolster bildet einen sehr niedrigen Teppich aus fein gegliederten Blättern. Die ungewöhnliche Struktur wirkt besonders attraktiv zwischen größeren Natursteinplatten.

Standort

Geeignet sind sonnige bis halbschattige Bereiche. Der Boden sollte durchlässig sein, aber nicht über lange Zeit vollständig austrocknen.

Trittfestigkeit

Die Sorte wird als begehbarer Bodendecker eingesetzt. Wie bei anderen Fugenpflanzen gilt jedoch: gelegentliche Belastung ist deutlich besser als permanentes Begehen.

Pflege

Während längerer Trockenperioden wässern und im Frühjahr beschädigte Pflanzenteile entfernen. Bei Bedarf lassen sich zu große Polster teilen.

8. Braunes Fiederpolster (Leptinella squalida)

Mit seinem fein gefiederten Laub wirkt das Braune Fiederpolster fast wie ein winziger Farnteppich. Es bleibt niedrig und breitet sich über Rhizome aus.

Standort

Der Boden sollte gut drainiert sein, gleichzeitig aber nicht vollständig austrocknen. In kühleren Regionen ist Sonne geeignet, in warmen Lagen bietet Halbschatten Vorteile. Die RHS nennt ausdrücklich Pflasterzwischenräume als geeigneten Einsatzort.

Trittfestigkeit

Es eignet sich für Bereiche mit leichter bis mäßiger Belastung. Direkt auf einer ständig genutzten Gehlinie sollte es nicht gepflanzt werden.

Pflege

Ein regelmäßiger Schnitt ist normalerweise unnötig. Da sich die Pflanze durch Rhizome ausbreitet, sollten Ausläufer an unerwünschten Stellen rechtzeitig entfernt werden.

9. Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)

Pfennigkraut eignet sich vor allem für Fugen, die für Thymian oder Sedum zu feucht oder zu schattig sind. Die kriechenden Triebe tragen kleine, rundliche Blätter und bilden rasch einen geschlossenen Teppich.

Standort

Sonne bis Schatten ist möglich, wobei Pfennigkraut frischere bis feuchtere Böden bevorzugt. Auf extrem heißen und trockenen Südterrassen sind Sedum und Thymian die bessere Wahl.

Trittfestigkeit

Die kriechenden Triebe verkraften eine gewisse Belastung, sollten aber möglichst zwischen und nicht direkt auf den Trittflächen liegen. Für breite Pflasterfugen wird die Art als geeigneter Fugenfüller empfohlen.

Pflege

Bei Trockenheit regelmäßig wässern. Pfennigkraut kann sich kräftig ausbreiten, daher werden Triebe, die weit über Platten oder in angrenzende Beete wachsen, zurückgeschnitten.

Terrassenfugen bepflanzen: Schritt für Schritt

1. Vorhandenes Unkraut vollständig entfernen. Alte Wurzeln, Sämlinge und Rhizome möglichst sorgfältig herausziehen. Besonders Wurzelunkräuter sollten vor der Pflanzung entfernt werden.

2. Fugen kontrollieren. Bepflanzbar sind vor allem ausreichend breite und tiefe Fugen. Unter den Pflanzen muss etwas durchwurzelbarer Raum vorhanden sein. Eine vollständig mit hartem Fugenmörtel verschlossene Terrasse lässt sich nicht einfach begrünen.

3. Substrat vorbereiten. Verdichtetes Material einige Zentimeter tief lockern. Für Thymian und Sedum eignet sich eine eher mineralische, gut drainierte Mischung. Sternmoos und Pfennigkraut benötigen etwas mehr Feuchtigkeit und humosen Anteil.

4. Pflanzen vorbereiten. Kleine Topfpflanzen vorsichtig teilen. Für schmale Fugen sind kleine bewurzelte Teilstücke leichter einzusetzen als komplette Topfballen.

5. Teilstücke einsetzen. Die Pflanzen so tief setzen, dass ihre Basis etwas geschützt zwischen den Platten liegt. Nicht zu hoch pflanzen, sonst werden die Triebe beim Begehen leicht beschädigt.

6. Erde vorsichtig andrücken. Anschließend gründlich angießen, damit das Substrat Kontakt zu den Wurzeln bekommt.

7. Anwachsphase schützen. In den ersten Wochen möglichst nicht direkt auf die jungen Pflanzen treten. Gleichzeitig neu auflaufendes Unkraut früh entfernen.

Eine dichte Pflanzendecke entsteht nicht sofort. Besonders langsam wachsende Arten benötigen Zeit, bevor sie den verfügbaren Raum vollständig besetzen und dadurch die Keimung neuer Unkräuter stärker unterdrücken.

Pflege und Rückschnitt über die Saison

Frühjahr

Jetzt werden abgestorbene Pflanzenteile und Laub aus den Fugen entfernt. Lücken können mit geteilten Pflanzen geschlossen werden. Bei Thymian sollte nur sehr zurückhaltend gedüngt werden, da zu viele Nährstoffe lockeres Wachstum fördern.

Sommer

Während der ersten Saison müssen frisch gepflanzte Fugen regelmäßig kontrolliert werden. Eingewachsene Thymian- und Sedumflächen brauchen dagegen nur bei längerer Trockenheit zusätzliches Wasser.

Sternmoos, Fiederpolster und Pfennigkraut dürfen weniger stark austrocknen. Unkraut sollte entfernt werden, bevor es Samen bildet.

Nach der Blüte

Thymian kann nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Dadurch bleibt das Polster kompakter und bildet weniger kahle, verholzte Bereiche.

Über die Platten wachsende Triebe anderer Arten werden ebenfalls gekürzt, damit die eigentliche Trittfläche frei bleibt.

Herbst

Falllaub sollte nicht wochenlang auf niedrigen Polstern liegen. Eine dicke feuchte Laubschicht nimmt Licht und Luft und kann Fäulnis begünstigen. Das Laub vorsichtig mit der Hand oder einem weichen Besen entfernen.

Winter

Winterharte Fugenpflanzen benötigen normalerweise keinen besonderen Schutz. Problematischer als Frost kann dauerhafte Winternässe sein. Eine gute Drainage ist deshalb bereits bei der Anlage entscheidend.

Häufige Fragen zu bepflanzten Terrassenfugen

Verhindern Fugenpflanzen Unkraut vollständig?

Nein. Ein dichter Pflanzenteppich reduziert offene Bodenstellen und erschwert dadurch vielen Unkrautsamen die Ansiedlung. Einzelne Sämlinge können trotzdem erscheinen und sollten frühzeitig entfernt werden.

Welche Fugenpflanze verträgt Trockenheit besonders gut?

Sand-Thymian, Frühblühender Thymian und niedrige Sedum-Arten gehören zu den besten Kandidaten für heiße, sonnige und trockene Terrassen.

Welche Pflanze eignet sich für halbschattige Terrassen?

Sternmoos und Braunes Fiederpolster sind gute Möglichkeiten. Auf frischeren Standorten kann auch Pfennigkraut eingesetzt werden.

Kann man bepflanzte Fugen normal betreten?

Gelegentliches Betreten ist bei geeigneten Arten möglich. Keine der genannten Pflanzen sollte jedoch wie ein befestigter Weg oder strapazierfähiger Gebrauchsrasen behandelt werden. Besonders stark beanspruchte Laufzonen bleiben besser frei.

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Frühjahr und früher Herbst sind besonders günstig, weil moderate Temperaturen die Anwurzelung erleichtern. Bei einer Frühjahrspflanzung haben die Pflanzen zudem eine komplette Vegetationsperiode, um die Fugen zu schließen.

Wie breit müssen Terrassenfugen sein?

Eine pauschale Mindestbreite gibt es nicht, weil sie von Pflanzenart und Unterbau abhängt. Kleine Teilstücke von Thymian oder Sedum kommen mit relativ schmalen Spalten zurecht. Größere Bodendecker benötigen entsprechend mehr Platz. Entscheidend ist außerdem genügend durchwurzelbares Substrat unterhalb der sichtbaren Fuge.

Fazit

Wer Terrassenfugen bepflanzen möchte, kann aus einer problematischen Fläche einen lebendigen Bestandteil des Gartens machen. Statt jede freie Fuge dauerhaft gegen spontane Vegetation zu verteidigen, werden geeignete Zwischenräume bewusst mit niedrigen Bodendeckern besetzt.

Für sonnige und trockene Terrassen sind Sand-Thymian, Frühblühender Thymian und Mauerpfeffer besonders zuverlässig. Sternmoos bringt frisches Grün in weniger trockene Bereiche, während Pfennigkraut für feuchtere und teilweise schattige Fugen interessant ist. Römische Kamille und Fiederpolster ergänzen die Auswahl um duftende beziehungsweise besonders fein strukturierte Pflanzenteppiche.

Der wichtigste Punkt bleibt die Belastung: „trittfest“ bedeutet bei den meisten Fugenpflanzen gelegentlich begehbar, nicht dauerhaft belastbar. Werden Standort, Feuchtigkeit und Nutzung berücksichtigt, können begrünte Terrassenfugen jedoch dauerhaft attraktiv bleiben und gleichzeitig den Pflegeaufwand durch unerwünschten Aufwuchs deutlich reduzieren.


Quellen

  1. Royal Horticultural Society – Thymus serpyllum – Standort, Verwendung in Pflasterfugen, Trockenheitsverträglichkeit und Rückschnitt.
  2. Royal Horticultural Society – Sagina subulata – Standortansprüche, leichte Trittfestigkeit und Verwendung zwischen Pflastersteinen.
  3. NC State Extension – Extension Gardener Handbook: Lawns and alternative groundcovers – Angaben zu Sedum, Thymian, Trittfestigkeit, Trockenheitsverträglichkeit und Unkrautunterdrückung.
  4. Royal Horticultural Society – Leptinella squalida – Standort, Ausbreitung und Verwendung in Fugen zwischen Steinplatten.
  5. Mein schöner Garten – Pflasterfugen begrünen – Praxisinformationen und Pflanzenauswahl für begrünte Pflasterfugen.

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