Verlassenes Hornissennest in einem Holzverschlag im Herbst

Verlassene Hornissen- und Wespennester im Herbst: Was jetzt gilt und was nicht erlaubt ist

Im Sommer herrschte unter dem Dach des Gartenschuppens noch reger Flugverkehr. Hornissen oder Wespen flogen ein und aus, sammelten Nahrung und versorgten ihre Larven. Jetzt, im Herbst, ist es plötzlich still geworden.

Das Nest hängt noch an seinem Platz, doch es scheint verlassen.

Für viele Gartenbesitzer stellt sich nun die Frage, was damit geschehen soll. Muss das Nest entfernt werden? Können im nächsten Frühjahr neue Tiere einziehen? Und welche gesetzlichen Vorschriften gelten?

Die beruhigende Nachricht: Bei vielen heimischen sozialen Wespenarten endet das Leben des gesamten Volkes im Herbst. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern und gründen im folgenden Frühjahr neue Staaten.

Trotzdem bedeutet ein ruhiges Nest nicht automatisch, dass es bereits vollständig verlassen ist.

Besonders bei Hornissen müssen außerdem die gesetzlichen Schutzbestimmungen beachtet werden.

Wer ein Hornissennest im Herbst entdeckt, sollte deshalb zunächst Abstand halten, den natürlichen Jahreszyklus verstehen und vor möglichen Eingriffen die zuständige Naturschutzbehörde kontaktieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Volkjahr im Überblick
  2. Was im Herbst im Nest passiert
  3. Warum Nester nicht wiederbezogen werden
  4. Hornissen und Wespen unterscheiden
  5. Der rechtliche Rahmen
  6. Wann ein Nest entfernt werden darf und wer entscheidet
  7. Was mit einem verlassenen Nest geschieht
  8. Wie man mit Hornissen und Wespen lebt
  9. Die ökologische Rolle
  10. Häufige Fehler
  11. Häufige Fragen
  12. Fazit

Das Volkjahr im Überblick

Das Leben eines Hornissen- oder Wespenvolkes folgt bei vielen heimischen sozialen Arten einem jährlichen Rhythmus.

Ein Volk besteht normalerweise nur während einer Vegetationsperiode.

Frühjahr: Eine Königin beginnt

Im Frühjahr erwacht eine begattete Jungkönigin aus ihrer Winterruhe.

Sie sucht einen geeigneten Nistplatz und beginnt mit dem Bau der ersten Wabenzellen.

Darin legt sie Eier ab.

Die Königin versorgt die ersten Larven zunächst selbst.

Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, übernehmen diese zunehmend Nahrungssuche, Nestbau und Brutpflege.

Sommer: Das Volk wächst

Während des Sommers entwickelt sich das Nest weiter.

Die Arbeiterinnen erweitern die papierartige Nesthülle und bauen zusätzliche Waben.

Bei Hornissen besteht das Baumaterial überwiegend aus zerkauten Holzfasern, die mit Speichel verarbeitet werden.

Die Größe eines Volkes hängt von Art, Standort, Witterung und Nahrungsangebot ab.

Deshalb sind pauschale Angaben zur Anzahl der Tiere wenig hilfreich.

Herbst: Der Lebenszyklus endet

Im Spätsommer und Herbst werden bei vielen Arten Geschlechtstiere herangezogen.

Dazu gehören junge Königinnen und männliche Tiere, die Drohnen.

Nach der Paarung suchen begattete Jungköniginnen geeignete Überwinterungsplätze.

Das bisherige Volk verliert allmählich seine Bedeutung.

Mit sinkenden Temperaturen und abnehmender Nahrung stirbt es schließlich ab.

Was im Herbst im Nest passiert

Ein Wespennest wird nicht von einem Tag auf den anderen verlassen.

Der Übergang kann sich über mehrere Wochen erstrecken.

Die alte Königin stirbt

Die ursprüngliche Königin hat ihre Aufgabe erfüllt.

Sie stirbt im Verlauf des ausklingenden Nestzyklus.

Auch die Arbeiterinnen überleben den Winter bei den meisten heimischen einjährigen Wespenstaaten nicht.

Junge Königinnen verlassen das Nest

Die neue Generation begatteter Königinnen sucht geschützte Plätze zur Überwinterung.

Das können beispielsweise natürliche Hohlräume oder andere geeignete Verstecke sein.

Sie überwintern nicht als vollständiges Volk im alten Nest.

Auch die Drohnen sterben

Die männlichen Tiere dienen der Fortpflanzung.

Nach der Paarungszeit sterben sie.

Damit endet die soziale Gemeinschaft, die während des Sommers das Nest aufgebaut und genutzt hat.

Ein ruhiges Nest kann noch bewohnt sein

Der Zeitpunkt des vollständigen Absterbens hängt von Art, Region und Witterung ab.

In milden Herbstphasen können einzelne Völker länger aktiv bleiben.

Deshalb sollte ein Nest nicht allein aufgrund fehlender Flugbewegungen als verlassen eingestuft werden.

Warum Nester nicht wiederbezogen werden

Eine häufige Sorge lautet: Wenn das Nest hängen bleibt, ziehen im nächsten Frühjahr dieselben Hornissen wieder ein.

Bei der Europäischen Hornisse und vielen häufigen heimischen sozialen Wespenarten entspricht das nicht ihrem normalen Lebenszyklus.

Neue Königin, neuer Staat

Die begatteten Jungköniginnen überwintern einzeln.

Im folgenden Frühjahr beginnt jede erfolgreiche Gründerin mit einem neuen Nest.

Das alte Nest wird normalerweise nicht erneut als vollständiger Staat bezogen.

Der alte Neststandort kann attraktiv bleiben

Das bedeutet allerdings nicht, dass an derselben Stelle niemals wieder Hornissen oder Wespen auftreten.

Ein geschützter Dachvorsprung, eine Baumhöhle oder ein trockener Hohlraum kann auch für eine neue Königin geeignet sein.

Sie baut dann ein neues Nest.

Ein altes Nest muss deshalb nicht entfernt werden, um eine Wiederbesiedlung desselben Standortes sicher auszuschließen.

Nicht alle Wespenarten leben gleich

Die beschriebenen Abläufe gelten vor allem für die hier behandelten heimischen einjährigen sozialen Arten.

Bei anderen Wespenarten können Lebensweise und Nestnutzung abweichen.

Eine sichere Artbestimmung ist daher wichtig, bevor aus dem Verhalten eines Nestes allgemeine Schlussfolgerungen gezogen werden.

Hornissen und Wespen unterscheiden

Hornisse und Wespe im Größenvergleich

Hornissen sind deutlich größer und haben einen rotbraunen Rücken statt eines schwarz-gelben.

Hornissen gehören zoologisch selbst zu den sozialen Wespen.

Im Alltag wird mit dem Wort „Wespe“ allerdings häufig eine kleinere, auffällig schwarz-gelb gezeichnete Art gemeint.

Die Europäische Hornisse

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist deutlich größer als die meisten häufigen sozialen Wespen.

Ihr Körper zeigt neben gelben und schwarzen Bereichen auch auffällige rotbraune Farbtöne.

Besonders am Brustabschnitt und Kopf ist diese Färbung gut erkennbar.

Hornissen bauen ihre Nester häufig in geschützten Hohlräumen, beispielsweise Baumhöhlen, Schuppen oder Dachbereichen.

Deutsche und Gemeine Wespe

Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) sind typische Besucher menschlicher Siedlungen.

Sie besitzen eine auffällige schwarz-gelbe Zeichnung.

Ihre Nester können unter anderem in Erdhöhlen oder geschützten Gebäudebereichen liegen.

Unterschiede im Verhalten

Hornissen jagen zahlreiche andere Insekten.

Auch andere soziale Wespen benötigen tierische Nahrung zur Versorgung ihrer Larven.

Einzelne häufige Wespenarten interessieren sich zusätzlich für menschliche Lebensmittel, insbesondere süße Speisen.

Das Verhalten allein reicht jedoch nicht für eine sichere Artbestimmung.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen der heimischen Europäischen Hornisse und der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina), für die besondere Regelungen im Umgang mit einer invasiven Art relevant sein können.

Der rechtliche Rahmen

Beim Umgang mit Hornissen- und Wespennestern gelten in Deutschland gesetzliche Schutzvorschriften.

Entscheidend ist, um welche Art es sich handelt und welche Maßnahme geplant ist.

Hornissen sind besonders geschützt

Die Europäische Hornisse gehört zu den besonders geschützten Arten.

Die entsprechenden artenschutzrechtlichen Verbote ergeben sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit den einschlägigen Artenschutzvorschriften.

Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, wildlebende Tiere besonders geschützter Arten zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Auch ihre geschützten Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht unzulässig beschädigt oder zerstört werden.

Das bedeutet: Ein Hornissennest darf nicht allein deshalb eigenmächtig beseitigt werden, weil es als störend empfunden wird.

Auch andere Wespen stehen unter Schutz

Für wildlebende Wespen gelten die allgemeinen Schutzvorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes.

Welche zusätzlichen artenschutzrechtlichen Anforderungen bestehen, hängt von der jeweiligen Art ab.

Nicht jede Wespenart besitzt denselben Schutzstatus wie die Europäische Hornisse.

Deshalb ist die pauschale Aussage, sämtliche Wespennester dürften unter keinen Umständen entfernt werden, ebenso ungenau wie die Behauptung, gewöhnliche Wespen seien rechtlich völlig ungeschützt.

Zuständige Naturschutzbehörde

Bei Fragen zu einem Hornissennest ist die örtlich zuständige Naturschutzbehörde der richtige Ansprechpartner.

Sie kann klären, welche rechtlichen Voraussetzungen gelten und ob eine Maßnahme überhaupt zulässig ist.

Erforderliche Ausnahmen oder Befreiungen richten sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen und der Zuständigkeit im jeweiligen Bundesland.

Bußgelder sind möglich

Verstöße gegen artenschutzrechtliche Vorschriften können rechtliche Folgen haben.

Dazu gehören unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch Bußgelder.

Konkrete Beträge werden hier bewusst nicht genannt, weil sie von Tatbestand und rechtlicher Einordnung abhängen.

Wann ein Nest entfernt werden darf und wer entscheidet

Nicht jedes Nest stellt eine Gefahr dar.

Befindet es sich in einem wenig genutzten Gartenbereich, ist häufig überhaupt keine Maßnahme notwendig.

Anders kann die Situation aussehen, wenn ein aktives Nest unmittelbar an einem unvermeidbaren Zugang oder in einem besonders sensiblen Gebäudebereich liegt.

Zunächst die Situation beurteilen lassen

Bei einem Hornissennest sollte vor jeder Maßnahme die zuständige Naturschutzbehörde kontaktiert werden.

Sie kann beurteilen, ob Schutzmaßnahmen, eine fachgerechte Umsiedlung oder andere Schritte rechtlich infrage kommen.

Ein bloßes Unbehagen gegenüber Hornissen begründet nicht automatisch eine Ausnahme.

Umsiedlung nur durch befugte Fachleute

Eine Umsiedlung ist keine geeignete Heimwerkerarbeit.

Sie setzt Fachkenntnisse, geeignete Ausrüstung und gegebenenfalls die erforderliche behördliche Zulassung voraus.

Wenn eine Umsiedlung notwendig und zulässig ist, sollte sie ausschließlich von entsprechend befugten Fachleuten durchgeführt werden.

Schädlingsbekämpfung ist nicht automatisch erlaubt

Auch ein gewerblicher Schädlingsbekämpfer darf die gesetzlichen Schutzbestimmungen nicht ignorieren.

Vor der Beauftragung muss geklärt sein, welche Maßnahmen zulässig sind und welche Genehmigungen beziehungsweise behördlichen Entscheidungen erforderlich sind.

Was mit einem verlassenen Nest geschieht

Nach dem vollständigen Absterben eines einjährigen Volkes bleibt die papierartige Neststruktur zunächst bestehen.

Je nach Standort kann sie längere Zeit erhalten bleiben oder durch Feuchtigkeit und Witterung zerfallen.

Das Nest kann häufig hängen bleiben

Ein verlassenes Nest muss nicht automatisch entfernt werden.

In einem ungestörten Schuppen, einer Baumhöhle oder einem anderen geeigneten Bereich kann es zunächst an seinem Platz bleiben.

Da alte Nester der behandelten Arten normalerweise nicht wiederbezogen werden, besteht häufig kein unmittelbarer Handlungsbedarf.

Entfernung nach dem Absterben

Ein nachweislich vollständig verlassenes Nest kann unter den jeweils geltenden rechtlichen Voraussetzungen grundsätzlich anders zu beurteilen sein als ein aktives Nest.

Daraus folgt jedoch keine pauschale Erlaubnis zur eigenmächtigen Entfernung.

Insbesondere bei Hornissennestern sollte die örtliche Naturschutzbehörde vor einer geplanten Maßnahme bestätigen, dass keine artenschutzrechtlichen Hindernisse bestehen.

Vorsicht bei unklarer Aktivität

Einige ruhige Tage beweisen nicht, dass sämtliche Tiere verschwunden sind.

Deshalb sollte das Nest weder geöffnet noch berührt werden, um seine Besiedlung zu überprüfen.

Eine solche Einschätzung gehört bei Unsicherheit in fachkundige Hände.

Wie man mit Hornissen und Wespen lebt

In vielen Fällen ist ein friedliches Nebeneinander möglich.

Hornissen und Wespen greifen Menschen nicht grundsätzlich an.

Problematisch können vor allem unmittelbare Störungen am Nest sein.

Abstand halten

Der direkte Nestbereich sollte möglichst nicht betreten oder erschüttert werden.

Ein ruhiger Beobachtungsabstand ist sinnvoll.

Besonders Kinder sollten wissen, dass ein Nest kein Spielgegenstand ist.

Ruhiges Verhalten

Hektische Bewegungen und das Schlagen nach einzelnen Tieren sollten vermieden werden.

Eine einzelne Hornisse auf Nahrungssuche ist nicht mit einer Verteidigungssituation direkt am Nest gleichzusetzen.

Fenster schützen

Fliegengitter können verhindern, dass Tiere versehentlich in Wohnräume gelangen.

Bei Außenbeleuchtung kann eine zurückhaltende Nutzung helfen, unnötige nächtliche Anlockung zu begrenzen.

Lebensmittel abdecken

Im Freien sollten süße Getränke und Speisen möglichst abgedeckt werden.

Vor dem Trinken aus undurchsichtigen Gefäßen sollte kontrolliert werden, ob sich ein Insekt darin befindet.

Bei Allergien

Menschen mit bekannter schwerer Insektengiftallergie sollten ihren ärztlich festgelegten Notfallplan beachten und verordnete Notfallmedikamente verfügbar halten.

Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion nach einem Stich ist unverzüglich der Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.

Die ökologische Rolle

Hornissen und andere soziale Wespen erfüllen verschiedene Funktionen im Ökosystem.

Insekten als Nahrung

Hornissen erbeuten zahlreiche Insekten, die sie unter anderem zur Versorgung ihrer Larven nutzen.

Damit gehören sie zu den natürlichen Insektenräubern.

Welche Beutetiere vorkommen, hängt von Art und Lebensraum ab.

Besuch von Blüten

Erwachsene Wespen können Blüten besuchen und dabei Nektar aufnehmen.

Dabei kann auch Pollen übertragen werden.

Ihre Bedeutung als Bestäuber unterscheidet sich jedoch nach Art und Pflanze.

Sie sollten deshalb weder pauschal als bedeutungslos noch als gleichwertiger Ersatz für andere Bestäubergruppen beschrieben werden.

Häufige Fehler

Ein Nest eigenmächtig zerstören

Das kann Tiere gefährden und gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen.

Bei Hornissennestern ist vor jeder Maßnahme die zuständige Naturschutzbehörde einzuschalten.

Ein ruhiges Nest für leer halten

Auch im Herbst können noch Tiere vorhanden sein.

Fehlender Flugverkehr während einer kurzen Beobachtung reicht nicht als sicherer Nachweis.

Selbst eine Umsiedlung versuchen

Eine Umsiedlung erfordert Fachkenntnisse und gegebenenfalls behördliche Zulassungen.

Eigenversuche sind keine sichere oder rechtlich verlässliche Lösung.

Einen Schädlingsbekämpfer ohne Prüfung beauftragen

Auch Fachbetriebe müssen die einschlägigen Artenschutzvorschriften beachten.

Bei besonders geschützten Arten sind die erforderlichen behördlichen Entscheidungen vorab zu klären.

Jede Wespe als Hornisse bezeichnen

Arten unterscheiden sich in Aussehen, Lebensweise und Schutzstatus.

Eine fachkundige Bestimmung verhindert falsche Entscheidungen.

Ein altes Nest vorsorglich entfernen

Bei vielen heimischen sozialen Arten wird das alte Nest ohnehin nicht wiederbezogen.

Eine vorsorgliche Entfernung ist deshalb häufig unnötig.

Häufige Fragen

Sterben Hornissen im Herbst alle?

Bei der Europäischen Hornisse stirbt das bisherige Volk im Herbst ab. Die begatteten Jungköniginnen überwintern an geschützten Orten und gründen im folgenden Frühjahr neue Staaten.

Wird ein altes Hornissennest wieder benutzt?

Normalerweise nicht. Die jungen Königinnen gründen neue Nester. Ein geeigneter Standort kann allerdings später erneut von einer anderen Königin genutzt werden.

Darf man ein Hornissennest im Winter entfernen?

Ein vollständig verlassenes Nest ist anders zu beurteilen als ein aktives Nest. Daraus ergibt sich jedoch keine pauschale Erlaubnis. Vor einer geplanten Maßnahme sollte die örtliche Naturschutzbehörde die rechtliche Situation klären.

Sind Hornissen gefährlicher als gewöhnliche Wespen?

Die Europäische Hornisse ist größer, aber nicht grundsätzlich aggressiver. Wie andere soziale Wespen kann sie ihr Nest verteidigen. Entscheidend ist vor allem, Störungen im unmittelbaren Nestbereich zu vermeiden.

Darf ein Schädlingsbekämpfer Hornissen entfernen?

Nur im Rahmen der geltenden rechtlichen Voraussetzungen. Bei besonders geschützten Hornissen müssen erforderliche behördliche Entscheidungen vorliegen. Eine gewerbliche Tätigkeit ersetzt keine notwendige Zulassung.

Was tun, wenn ein Hornissennest direkt am Hauseingang hängt?

Abstand halten und die zuständige Naturschutzbehörde kontaktieren. Dort kann geklärt werden, ob und welche Maßnahmen zulässig und erforderlich sind. Das Nest sollte nicht eigenmächtig verändert werden.

Was passiert mit einem verlassenen Wespennest?

Die papierartige Struktur bleibt zunächst bestehen und kann mit der Zeit zerfallen. Bei vielen heimischen sozialen Arten wird das alte Nest nicht wiederbezogen. Eine Entfernung ist häufig nicht notwendig.

Fazit

Ein still gewordenes Hornissen- oder Wespennest im Herbst ist meist kein Grund zur Sorge.

Bei vielen heimischen sozialen Arten endet der Lebenszyklus des Volkes mit dem Herbst. Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben, während begattete Jungköniginnen an geschützten Orten überwintern.

Im folgenden Frühjahr gründen sie neue Staaten.

Das alte Nest wird normalerweise nicht erneut bezogen.

Dennoch sollte ein ruhiges Nest nicht vorschnell als vollständig verlassen gelten. Je nach Art und Witterung können Tiere bis in den späteren Herbst aktiv bleiben.

Besonders wichtig ist der rechtliche Rahmen.

Die Europäische Hornisse gehört zu den besonders geschützten Arten. Das Bundesnaturschutzgesetz enthält entsprechende Verbote zum Schutz der Tiere und ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten.

Andere Wespenarten unterliegen ebenfalls gesetzlichen Schutzvorschriften, deren Umfang sich nach der jeweiligen Art unterscheidet.

Deshalb gilt: Vor jeder geplanten Maßnahme an einem Hornissennest sollte die zuständige Naturschutzbehörde kontaktiert werden.

Sie kann beurteilen, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht und welche Schritte rechtlich zulässig sind.

Eine erforderliche Umsiedlung gehört ausschließlich in die Hände befugter Fachleute.

Für Gartenbesitzer ist häufig die einfachste Lösung zugleich die sinnvollste: Abstand halten und den natürlichen Lebenszyklus abwarten.

Auch ein vollständig verlassenes Nest muss nicht automatisch beseitigt werden.

Wer die Tiere beobachtet, ohne sie zu stören, entdeckt außerdem ihre ökologische Rolle. Hornissen und andere soziale Wespen jagen Insekten und können beim Blütenbesuch zur Bestäubung beitragen.

So verliert das vermeintlich bedrohliche Nest im Herbst einen großen Teil seines Schreckens.

Was im Sommer noch ein lebendiger Insektenstaat war, wird mit dem Ende der Saison zu einer verlassenen papierartigen Struktur.

Nicht jede solche Struktur erfordert einen Eingriff.

Oft genügt es, die Natur ihren Jahreszyklus vollenden zu lassen.

Similar Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *